„Die Menschen suchen weiterhin nach Gott“: die Botschaft des Abtes von Montserrat anlässlich des Besuchs von Leo XIV

„Die Menschen suchen weiterhin nach Gott“: die Botschaft des Abtes von Montserrat anlässlich des Besuchs von Leo XIV

Der Abt von Montserrat, Manel Gasch, hat betont, dass das Benediktinerkloster weiterhin ein Ort ist, an dem viele Pilger und Besucher den christlichen Glauben durch Stille, Schönheit, Liturgie und Musik entdecken.

In einem Interview mit der Revista Ecclesia reflektierte Gasch über die spirituelle Rolle Montserrats im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch von Leo XIV., der im Rahmen der Apostolischen Reise des Papstes nach Spanien am 10. Juni in der katalanischen Abtei Station machen wird.

Montserrat zwischen Wallfahrtsort, Kloster und katalanischer Identität

Gasch hob hervor, dass Montserrat nicht nur ein marianisches Heiligtum, sondern auch eine monastische Gemeinschaft mit tausendjähriger Geschichte ist. Der Papst werde dort, so erklärte er, „das marianische Zeugnis“ eines Ortes finden, der zugleich Kloster, Wallfahrtsort und christlicher Bezugspunkt Kataloniens sei.

Der Abt erinnerte daran, dass Montserrat kürzlich sein tausendjähriges Bestehen gefeiert hat, und betonte, dass die Gemeinschaft ihre benediktinische Mission des Gebets, der Gastfreundschaft und der Pflege der Marienverehrung weiterhin lebt.

„Es gibt ein Verlangen, den christlichen Glauben zu entdecken“

Einer der zentralen Punkte des Interviews ist die Feststellung, dass viele Menschen, die der Kirche fernstehen, dennoch mit religiösen Fragen nach Montserrat kommen.

Gasch sprach von gläubigen Menschen, Suchenden, ehemaligen Katholiken mit einer Sehnsucht nach Tradition sowie von „religiösen Analphabeten“, die von der Schönheit und Tiefe des Christentums überrascht sind.

„Die Realität ist, dass es ein Verlangen gibt, den christlichen Glauben zu entdecken“, stellte der Abt fest und fügte hinzu: „Die Menschen finden weiterhin Gott durch Stille, Schönheit und gute Musik“.

Die Schönheit als Weg der Evangelisierung

Der Abt verteidigte die Auffassung, dass die Schönheit auch heute eine zentrale Rolle in der Evangelisierung spielt. Besonders in Montserrat hob er die Liturgie und die Escolanía hervor, eine musikalische Tradition mit über 700 Jahren Geschichte.

Angesichts einer von Unmittelbarkeit und Hedonismus geprägten Gesellschaft betonte Gasch, dass der Glaube Zeit, Prozess und Tiefe erfordert. Das monastische Leben biete genau dieses Zeugnis von Stabilität und geduldiger Gottessuche.

Die Herausforderung, Montserrat nicht auf Tourismus zu reduzieren

Gasch räumte ein, dass Montserrat zu einem internationalen Wallfahrtsort geworden ist, mit 60 % ausländischen Besuchern. Dieses Wachstum erfordere es, das Gleichgewicht zwischen Tourismus und seelsorglicher Begleitung derjenigen zu wahren, die aus religiösen Motiven kommen.

Der Abt betonte, dass Montserrat weiterhin zeigen müsse, dass es vor allem ein Kloster ist, in dem die Regel des heiligen Benedikt gelebt wird, und nicht nur ein kulturelles oder touristisches Symbol Kataloniens.

Leo XIV. wird eine vielfältige katalanische Kirche besuchen

Auf die bevorstehende Papstreise angesprochen, erklärte Gasch, dass Montserrat Leo XIV. die Begegnung mit einer katalanischen Kirche ermöglichen werde, die sich von der rein urbanen Kirche Barcelonas unterscheidet. Seiner Ansicht nach zielt die Kombination aus Montserrat, der Sagrada Família und weiteren Stationen der Reise darauf ab, unterschiedliche Symbole zu verbinden: Modernität, Frömmigkeit, Geschichte und Identität.

Der Abt fasste die Botschaft zusammen, die er jedem Pilger mit auf den Weg geben möchte, der nach Montserrat kommt: „Christus ist das Heil der Welt, und er kam durch Maria zu ihr“.

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