Während der offiziellen Empfangszeremonie für die neuen Botschafter, die bei der Heiligen Stuhl von Bangladesch, dem Tschad, Mauritius, Namibia, Ruanda, Sierra Leone, Sri Lanka und dem Jemen akkreditiert sind, rief Leo XIV. zu einem internationalen Frieden auf und wandte sich gegen die geopolitische Logik, die auf Waffen und der Vorherrschaft einiger Länder über andere beruht.
In einer Rede im Apostolischen Palast des Vatikans forderte der Papst eine „Diplomatie, die den Dialog fördert und Konsense sucht“, angesichts eines internationalen Szenarios, das zunehmend von geopolitischen Spannungen, bewaffneten Konflikten und strategischen Rivalitäten geprägt ist.
Leo XIV. kritisiert einen Frieden, der auf Waffen beruht
Der Papst verurteilte insbesondere die Mentalität, die Frieden durch Wiederbewaffnung oder Machtausübung erreichen will.
„In einer Zeit, in der Frieden durch Waffen als Voraussetzung für die Durchsetzung der eigenen Vorherrschaft gesucht wird“, so Leo XIV., „ist es dringend notwendig, zu einer Diplomatie zurückzukehren, die den Dialog fördert und Konsens sucht“.
Der Papst betonte, dass die internationalen Beziehungen eine klare und aufrichtige Sprache wiederfinden müssen, frei von Feindseligkeit und Manipulation, um das Vertrauen zwischen den Nationen wiederherzustellen.
Ein Aufruf zur moralischen Umkehr der internationalen Politik
Über die diplomatischen Formeln hinaus warf Leo XIV. auch eine moralische Reflexion über das Funktionieren der derzeitigen internationalen Ordnung auf.
Der Papst warnte davor, dass keine Gesellschaft als wirklich gerecht gelten kann, wenn sie ihren Erfolg nur an wirtschaftlicher Macht oder politischem Einfluss misst und dabei die Schwächsten außer Acht lässt.
„Keine Nation kann sich gerecht und menschlich nennen, wenn sie diejenigen vernachlässigt, die am Rand leben“, stellte er fest.
In diesem Zusammenhang setzte er sich für eine internationale Politik ein, die auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist, und forderte dazu auf, den Nationalegoismus aufzugeben, der letztlich die Armen und Verletzlichen unsichtbar macht.
Der Papst fordert die Stärkung der internationalen Organisationen
Leo XIV. verteidigte darüber hinaus die Bedeutung multilateraler Institutionen in einer Zeit zunehmender globaler Fragmentierung.
Seinen Ausführungen zufolge bleiben die internationalen Organisationen unverzichtbare Instrumente, um Konflikte zu lösen und die Zusammenarbeit zwischen Ländern zu fördern, auch wenn er die Notwendigkeit anerkannte, sie „repräsentativer und wirksamer“ zu machen.
Der Papst forderte echte Begegnungs- und Vermittlungsräume, um die wachsende internationale Polarisierung einzudämmen.
Jemen und Afrika bei der Audienz anwesend
An der Audienz nahmen diplomatische Vertreter aus Ländern teil, die besonders von Konflikten, Armut oder humanitären Krisen betroffen sind, unter anderem aus dem Jemen, dem Tschad, Ruanda oder Sierra Leone.
In allen Fällen versicherte Leo XIV. den jeweiligen Völkern sein Gebet und bat darum, dass die diplomatische Arbeit dazu beiträgt, „eine gerechtere, brüderlichere und friedlichere Welt“ zu schaffen.