Der Bischof von Würzburg, Franz Jung, hat öffentlich anerkannt, dass eines der Hauptprobleme des deutschen Synodalen Weges der Mangel an Koordination und Kommunikation mit Rom war – eine besonders bedeutsame Aussage in einem Prozess, der über Jahre hinweg starke Spannungen mit dem Vatikan und Befürchtungen einer doktrinären Abweichung innerhalb der Kirche in Deutschland ausgelöst hat.
In einem Interview, das er dem katholischen Kanal K-TV während des Katholikentags in Würzburg gab, verglich Jung den aktuellen Synodalen Weg mit der historischen Würzburger Synode der 1970er-Jahre und betonte, dass damals eine ständige Suche nach Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl bestanden habe, die – wie er einräumte – „fehlte“ im jüngsten deutschen Synodalprozess.
„Es fehlte an Kommunikation mit Rom“
Der Bischof erinnerte besonders an die Figur des Kardinals Julius Döpfner, damals Präsident der Deutschen Bischofskonferenz und wichtigster Initiator der Würzburger Synode, die zwischen 1971 und 1975 nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil stattfand.
Laut Jung handelte Döpfner „sehr intelligent“, weil er „bei jedem Schritt, den er tat, erneut die Koordination mit Rom suchte“.
„Dabei haben wir gesehen, dass das auch beim Synodalen Weg fehlte: erneut zu fragen, wie die Kommunikation mit den Verantwortlichen in Rom stand. Wir gehen keinen Sonderweg; wir wollen die nächsten Schritte gemeinsam mit der Kirche gehen“, so der Bischof.
Eine teilweise Anerkennung, aber keine doktrinäre Korrektur
Dennoch bedeuten die Äußerungen Jungs nicht den Verzicht auf viele der vom Synodalen Weg angestoßenen Reformen.
Tatsächlich betonte der Bischof im Interview, dass mehrere der derzeit in Deutschland diskutierten Themen bereits seit Jahrzehnten in der Kirche präsent sind: die Frage der viri probati, die Rolle der Frau, die Möglichkeit laizistischer Predigt oder eine stärkere Beteiligung der Laien an kirchlichen Strukturen.
„Viele Fragen, die uns bis heute beschäftigen, lagen damals bereits auf dem Tisch“, sagte er unter Bezugnahme auf die Würzburger Synode.
Dies spiegelt eine immer deutlichere Realität innerhalb des deutschen Episkopats wider: Einige Bischöfe beginnen einzugestehen, dass die „Methode“ des Synodalen Weges schwere Spannungen mit Rom verursacht hat, ohne jedoch wirklich auf einen großen Teil der kirchlichen Reformen zu verzichten, die den Prozess vorantrieben.
Leo XIV., Einheit gegenüber „Nationalismen“
Während des Interviews sprach Jung auch vom neuen Pontifikat von Leo XIV, besonders hervorgehoben durch sein Bischofsmotto: In illo uno unum („In dem Einen, der Eins ist, sind wir eins“), das aus dem heiligen Augustinus stammt. Der Bischof zeigte sich besonders beeindruckt von der Betonung des Papstes auf Einheit gegenüber den „Nationalismen“ und den „Eigeninteressen“.
„Für uns gibt es ein verbindendes Zentrum, das Christus ist“, so Jung, fügte hinzu, dass die Kirche auf Gemeinschaft und nicht auf Sonderwege hinarbeiten müsse.
Die Worte des Bischofes scheinen eine wachsende Besorgnis in einigen kirchlichen Sektoren Deutschlands über das Risiko von Isolation und Fragmentierung widerzuspiegeln, die der Synodale Weg in den letzten Jahren verursacht hat.