Die Erzdiözese Madrid hat den offiziellen Spot für den Besuch von Leo XIV. in Spanien vorgestellt. Zweieinhalb Minuten sorgfältig ausgewählter Bilder, makellose Ästhetik, emotionale Musik und eine Botschaft, die sich auf den Blick, die Begegnung, die menschlichen Unterschiede und das soziale Miteinander konzentriert. Alles sehr korrekt. Alles sehr sensibel. Alles außerordentlich leer.
Das Ergebnis erinnert eher an eine philanthropische Sensibilisierungskampagne als an eine Ankündigung für den Besuch des Nachfolgers Petri.
Wie kann ein offizieller Spot für den Besuch des Papstes zu einer so sorgfältig inhaltsleeren christlichen Botschaft werden?
Viel Emotion, wenig Glaube
Das Video zeigt eine U-Bahn-Waggon voller unterschiedlicher Menschen, die lernen, „einander anzusehen“ und zu entdecken, dass sie Ängste, Träume und Erschöpfung teilen. Die Abschlussbotschaft fordert dazu auf, „den Blick zu heben“, „Barrieren abzubauen“ und „Antworten zu finden“.
Aber Antworten… worauf?
Das Problem ist nicht, von menschlicher Brüderlichkeit zu sprechen. Das Christentum hat sie immer schon vertreten. Das Problem ist, ein Diskurs aufzubauen, in dem die übernatürliche Dimension völlig verschwindet und bei dem der Mensch sich selbst durch die schlicht emotionale Erfahrung der Begegnung mit dem anderen zu genügen scheint.
Das Ergebnis ist eine Botschaft, die perfekt mit jeder institutionellen Kampagne, jeder internationalen NGO, jedem Unternehmensspot oder jeder sozialen Integrationsinitiative übereinstimmen könnte – bis hin zu einer Werbung für ein Erfrischungsgetränk.
Der Mensch als Antwort des Menschen
Maybe the most revealing phrase in the video comes when the voice-over asks: “¿Y si la persona que tengo enfrente es la respuesta que necesito para entenderme?”.
Hier verdichtet sich das gesamte anthropologische und spirituelle Problem des Spot’s.
Denn für das Christentum ist der Mensch nicht die letzte Antwort des Menschen. Christus ist es.
Der Nächste ist deshalb bedeutsam, weil er auf Gott verweist, weil er nach dem Bilde Gottes geschaffen ist und because the love to the other is born from the love to Christ. Wenn dieser übernatürliche Grundlage entfernt wird, wird die Brüderlichkeit zu einem horizontalen Sentimentalismus, der zwar emotional, aber unfähig ist, den tiefen Fragen der human soul zu begegnen.
Eine immer stärker säkularisierte kirchliche Ästhetik
Das Video zeigt zusätzlich den Trend zu immer häufigeren zeitgenössischen kirchlichen Kommunikationen: die Obsession, inklusiv, liebenswürdig und allgemein akzeptabel zu sein, selbst um den Preis, das christliche Botschaft von ihrem spezifisch religiösen Inhalt zu entleeren.
Alles ist so angelegt, dass es niemanden verstimmt.
Keine Sünde, because es hart wirken könnte. Keine Wahrheit, because es exklusiv wirken könnte. Keine Berufung zur Umkehr, because es fordernd erscheinen könnte. Keine Christus, because es trennen könnte.
Es bleibt nur noch eine generische Spiritualität aus Begegnung, Empathie und gemeinsamen Emotionen.
Paradoxerweise, in dem Versuch, für alle zugänglich zu sein, verliert die Botschaft genau das, was die Kirche einzigartig macht.