Die Kontroverse um die neuen Vitraile von Notre-Dame wächst: Vereine ziehen vor Gericht gegen Macrons Projekt

Die Kontroverse um die neuen Vitraile von Notre-Dame wächst: Vereine ziehen vor Gericht gegen Macrons Projekt

Die Kontroverse um die neuen geplanten Glasfenster für die Kathedrale Notre-Dame de Paris hat einen neuen Schritt gemacht, nachdem mehrere Denkmalschutzvereine Klage gegen die offizielle Genehmigung eingereicht haben, die den Austausch eines Teils der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Eugène Viollet-le-Duc gestalteten Glasfenster erlaubt.

Wie Tribune Chrétienne berichtet, haben die Vereine Sites et Monuments und SOS Paris die Präfektur-Genehmigung formell angefochten, die das Projekt unterstützt, das vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorangetrieben wird, um eine zeitgenössische künstlerische Intervention in die nach dem Brand von 2019 restaurierte Kathedrale einzubringen.

Das Projekt sieht vor, einige historische Glasfenster – die durch den Brand nicht zerstört wurden – durch neue Kreationen der französischen Künstlerin Claire Tabouret zu ersetzen.

Die Debatte um den Erhalt des Kulturerbes

Die Entscheidung hat scharfe Kritik unter Fachleuten für Kulturerbe und Verteidigern der historischen Erhaltung von Notre-Dame ausgelöst.

Die Gegner argumentieren, dass die aktuellen Glasfenster Teil eines kohärenten künstlerischen Ensembles sind, das während der Restaurierung unter Viollet-le-Duc konzipiert wurde, und dass es keine kulturerhaltende Rechtfertigung für ihre Entfernung gibt, da sie den Brand ohne schwere Schäden überstanden haben.

Verschiedene französische Kulturinstitutionen, darunter die Commission Nationale du Patrimoine et de l’Architecture (CNPA), sollen Berichte gegen den Austausch abgegeben haben.

Die klagenden Vereine argumentieren, dass das Projekt dem Geist der Carta di Venezia von 1964 widerspricht, einem der wichtigsten internationalen Texte zur Erhaltung und Restaurierung des historischen Erbes.

Ein Konflikt, der in sozialen Medien eskaliert

Die Kontroverse hat den technischen und kulturerhaltenden Bereich überschritten und sich zu einer intensiven kulturellen und medialen Debatte in sozialen Medien entwickelt.

Einige virale Beiträge stellten bestimmte von Claire Tabouret vorgestellte Designs in Frage und zogen sogar visuelle Vergleiche zu Figuren aus dem kriminellen Umfeld von Charles Manson, insbesondere zu Susan Atkins, Mitglied der sogenannten „Manson Family“.

Andere Kritiken konzentrierten sich auf konkrete Details einiger künstlerischer Darstellungen, die von Nutzern sozialer Medien als ambigue oder unangemessene Bilder für einen heiligen Ort wie Notre-Dame interpretiert wurden.

Die Verteidiger der Künstlerin lehnen diese Interpretationen ab und versichern, dass es keine bewusste Referenz zum Universum von Charles Manson oder provokative Absicht in den Designs gibt.

Macron verteidigt die „Spur des 21. Jahrhunderts“

Das Projekt zur künstlerischen Erneuerung der Glasfenster ist Teil des ausdrücklichen Wunsches von Emmanuel Macron, „die Marke des 21. Jahrhunderts“ in der Restaurierung von Notre-Dame zu hinterlassen.

Die französische Regierung betont, dass die Intervention nur 121 Quadratmeter der über 2.050 Quadratmeter bestehenden Glasfenster in der Kathedrale betreffen wird, und versichert, dass die neuen Werke das luminöse und chromatische Gleichgewicht des Tempels respektieren werden.

Aus der französischen Exekutive wird außerdem argumentiert, dass Notre-Dame nicht nur als unbewegliches historisches Denkmal verstanden werden sollte, sondern auch als lebendiges Gebäude, das nach dem Brand von 2019 neue künstlerische Ausdrucksformen integrieren kann.

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