Jeden 13. Mai erinnert die Kirche an die Erscheinungen unserer Lieben Frau von Fatima und ihren dringenden Aufruf zur Bekehrung, Buße, zum Gebet des Rosenkranzes und zur Sühne für die Sünden. Aber im Botschaft, die Schwester Lucia anvertraut wurde, gibt es eine weniger erinnerte und besonders unbequeme Dimension: die Warnungen, die an die Bischöfe Spaniens gerichtet waren, bezüglich der spirituellen Situation des Klerus, der Religiösen und des christlichen Volkes.
Es handelt sich nicht um eine nebensächliche Angelegenheit. In den Aufzeichnungen von Schwester Lucia erscheint der Aufruf des Himmels an die spanischen Hirten verknüpft mit der spirituellen Reform der Kirche, der Notwendigkeit des Opfers und der Pflicht, die Seelen in einer Zeit zu leiten, die von Verlust des Eifers und der Ausbreitung von Irrlehren gegen den Glauben geprägt ist.
Eine konkrete Bitte an die Bischöfe Spaniens
Schwester Lucia berichtete, dass sie während ihrer Stunden des Gebets vor dem Allerheiligsten eine Botschaft erhielt, in der unser Herr die spanischen Bischöfe bat, sich zu einem geistlichen Rückzug zu versammeln, um gemeinsam die notwendigen Wege zu discernieren, um die ihnen anvertrauten Seelen zu leiten.
«Wenn die Bischöfe Spaniens sich in einem Haus versammeln würden, das dafür bestimmt ist, ihren Rückzug zu halten, und gemeinsam die Wege vereinbaren würden, auf denen sie die ihnen anvertrauten Seelen leiten sollen, würden sie vom Heiligen Geist dort besondere Lichter und Gnaden empfangen».
Die Bitte beschränkte sich nicht auf eine fromme Empfehlung. Die Botschaft forderte auf, «die Mittel zu bestimmen, die anzuwenden sind für die Reform des christlichen Volkes» und um «die Laxheit des Klerus und eines großen Teils der Religiösen und Nonnen zu beheben».
Die Anklage der Laxheit des Klerus
Unser Herr, wie Schwester Lucia übermittelte, bedauerte, dass wenige ihm «in der Praxis des Opfers» dienten.
«Die Zahl derer, die mir in der Praxis des Opfers dienen, ist sehr begrenzt. Ich brauche Seelen und Priester, die mir im Opfer für mich und für die Seelen dienen»
Die Warnung trifft den Kern des christlichen Lebens. Fatima spricht nicht nur von äußeren Bedrohungen oder politischen Gefahren. Sie spricht von der Sünde, von der Lauheit, vom Verlust des Geistes des Opfers und von der Verantwortung der Hirten, wenn das christliche Volk im Glauben abkühlt.
Der Schmerz von Schwester Lucia vor dem Rückschritt der geweihten Seelen
Schwester Lucia selbst zeugte von dem inneren Leid, das es ihr verursachte, diese Botschaft zu übermitteln. In ihren Worten gibt es keinen Ton der Eitelkeit oder leichte Anklage, sondern ein tiefes Bewusstsein von der Schwere des Empfangenen.
«Oh, mein guter Jesus, ich fühle die Bitterkeit deines Herzens, ich fühle den Verlust der Seelen, ich fühle, dass ich nicht mehr tun kann, für dich und für sie, die Seelen meiner Brüder!»
Und sie fügte den Satz hinzu: «Oh, wie traurig und schmerzhaft ist der Rückschritt der geweihten Seelen!».
Diese Worte platzieren die Botschaft in ihrem wahren Kontext: nicht als politische oder soziologische Kritik, sondern als spirituelle Warnung. Im Spiel steht die Erlösung der Seelen und die Treue derer, die auf besondere Weise berufen sind, Gott zu dienen.
Spanien, Fatima und die Verantwortung der Hirten
Die an die spanischen Bischöfe gerichtete Botschaft muss im Gesamtkontext von Fatima gelesen werden. Die Jungfrau forderte Gebet, Buße, Sühne, Hingabe an das Unbefleckte Herz Mariens und Bekehrung der Sünder. Sie warnte auch vor den Konsequenzen der Sünde für die Nationen und für die Kirche.
Spanien, das während des Spanischen Bürgerkriegs eine besonders blutige religiöse Verfolgung erlitten hat, erscheint in diesen Mitteilungen als eine Nation, die einer tiefen spirituellen Reform bedarf. Die Bitte an seine Bischöfe war klar: Es reichte nicht aus, kirchliche Strukturen zu verwalten; es war notwendig, die Laxheit zu korrigieren, den Klerus zu stärken und das christliche Volk auf Wegen der Bekehrung zu leiten.
Ein Aufruf, der weiterhin gilt
Die Botschaft von Fatima kann nicht auf eine sentimentale Andacht oder eine einfache marianische Gedenkfeier reduziert werden. Es ist eine klare und reale Warnung. Die Jungfrau rief zur Bekehrung und zum Opfer auf, weil die Sünde Gott beleidigt und weil viele Seelen verloren gehen, wenn niemand für sie betet oder sich opfert.
Deshalb ist die Botschaft an die spanischen Bischöfe heute besonders ansprechend. Die Erneuerung der Kirche wird nicht aus leeren pastoralen Strategien oder der Anpassung an den Geist der Welt kommen, sondern aus Bekehrung, Buße, doktrinaler Treue und Rückkehr zum Opfer.
Fatima spricht weiter. Und im Fall Spaniens richtet sich ihre Warnung direkt an diejenigen, die die Verantwortung haben, das christliche Volk inmitten einer immer tieferen spirituellen Krise zu leiten, zu korrigieren und zu stützen.