Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio wird in den kommenden Tagen während seiner Reise nach Rom mit Papst Leo XIV zusammentreffen. Das Treffen findet Wochen nach den öffentlichen Kritiken des Präsidenten Donald Trump an den Pontifex statt.
Zusätzlich zur Audienz beim Papst wird Rubio Treffen mit dem Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Vatikans, und mit Vertretern der italienischen Regierung abhalten.
Eine Reise im Kontext kürzlicher Spannungen
Der Besuch kommt nach den harten Angriffen des Präsidenten Donald Trump gegen den Pontifex in den sozialen Medien im vergangenen April, in denen er ihn als „schrecklich“ bezeichnete, was Unbehagen in verschiedenen kirchlichen und politischen Kreisen auslöste.
Gleichzeitig hat Papst Leo XIV in den letzten Wochen eine sichtbarere Haltung auf der internationalen Bühne eingenommen, indem er den von den USA und Israel vorangetriebenen Krieg gegen den Iran sowie die restriktiven Migrationspolitiken der US-Regierung kritisierte.
Treffen mit der italienischen Regierung
Während seines Aufenthalts in Rom plant Rubio Treffen mit dem italienischen Außenminister Antonio Tajani und dem Verteidigungsminister Guido Crosetto, gemäß Informationen von Reuters und der italienischen Presse.
Laut Corriere della Sera wäre das Ziel von Rubio ebenfalls, die Beziehungen zu Italien nach den Kritiken von Trump an die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wiederherzustellen, die als eine ihrer Hauptverbündeten in Europa gilt.
Damals verteidigte Meloni den Papst öffentlich nach den Angriffen von Trump und bezeichnete sie als „inakzeptabel“. Diese Haltung verursachte Unbehagen beim US-Präsidenten, der ihre Führung in Frage stellte und sie beschuldigte, die USA im Rahmen der OTAN nicht ausreichend zu unterstützen.
Ein Jahr nach dem ersten Treffen
Rubio traf bereits im Mai 2025 mit dem Papst zusammen, zusammen mit dem Vizepräsidenten JD Vance, während der Zeremonien zum Beginn des Pontifikats. Beide nahmen an der inaugurierenden Messe auf dem Petersplatz teil und hielten ein privates Treffen mit dem Pontifex ab.
Ein Versuch, Beziehungen wiederherzustellen
Der Besuch von Rubio wird als Versuch interpretiert, die Beziehungen sowohl zum Vatikan als auch zur italienischen Regierung wieder in die richtige Bahn zu lenken, nach Wochen verbaler Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten in Schlüsselfragen wie dem Krieg im Nahen Osten oder der Migrationspolitik.
Laut Informationen der italienischen Presse umfasst Rubios Reise Kontakte, die darauf abzielen, diese Fragen auf diplomatischer Ebene anzugehen, jedoch haben bis zum heutigen Datum weder das US-Außenministerium, noch der Vatikan, noch die italienische Regierung alle Details des Besuchsprogramms offiziell bestätigt.