Leo XIV empfängt Gareth Gore in Audienz, Autor eines Buches, in dem er das Opus Dei als „missbräuchliche Sekte“ bezeichnet

Leo XIV empfängt Gareth Gore in Audienz, Autor eines Buches, in dem er das Opus Dei als „missbräuchliche Sekte“ bezeichnet

Papst Leo XIV empfing diesen Montag den britischen Journalisten Gareth Gore in einer privaten Audienz, wie im offiziellen Bulletin des Pressamts des Heiligen Stuhls angegeben. Das Treffen hat Interesse geweckt aufgrund des Profils des Besuchers, Gore ist Autor eines sehr kritischen Buches über das Opus Dei, das 2024 veröffentlicht wurde, und hat einen Teil seiner jüngsten journalistischen Tätigkeit der Untersuchung und Frage des inneren Funktionierens der Prälatur gewidmet.

Der Autor eines sehr kritischen Buches über das Opus Dei

Gareth Gore ist ein in London ansässiger Finanzjournalist, der 2024 das Buch „Opus: dark money, a secretive cult, and its mission to remake our world“ veröffentlichte, eine Untersuchung über das Opus Dei, in der er behauptet, dass die Institution Machtstrukturen und interne Praktiken entwickelt habe, die er als problematisch betrachtet.

In seinen öffentlichen Auftritten und in verschiedenen Artikeln hat Gore das Opus Dei als „missbräuchliche Sekte“ bezeichnet. Im letzten Jahr hat der Journalist mehrere Texte über die Organisation im US-amerikanischen Medium National Catholic Reporter veröffentlicht und an zahlreichen Podcasts und Interviews teilgenommen, um sein Buch zu bewerben.

Die Reaktion des Opus Dei auf die Vorwürfe

Das Opus Dei reagierte öffentlich kurz nach der Veröffentlichung des Buches. In einer offiziellen Erklärung erklärte die Prälatur, dass das Werk von Gore „ein falsches Bild des Opus Dei zeichne, das auf verzerrten Fakten, Verschwörungstheorien und Lügen basiere“.

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Aus der Institution wurde betont, dass die im Buch gesammelten Behauptungen weder die Realität des Opus Dei noch die Erfahrung der großen Mehrheit seiner Gläubigen widerspiegeln, und es wurde verteidigt, dass die Prälatur ihre Mission innerhalb der Kirche gemäß dem Kirchenrecht und unter der Autorität des Papstes ausübt.

Der Kontext: die Überarbeitung der Statuten des Opus Dei

Die Audienz mit Gore findet zudem in einem heiklen Moment für das Opus Dei aus institutioneller Sicht statt. Die Prälatur befindet sich mitten im Prozess der Überarbeitung ihrer Statuten, einer Reform, die vom Vatikan während des Pontifikats von Franziskus angefordert wurde.

Seit seiner Wahl im Mai 2025 hat Papst Leo XIV mindestens zwei Treffen mit der Führung des Opus Dei – im Mai 2025 und im Februar 2026 – abgehalten, um genau die Entwicklung dieses Prozesses der rechtlichen Anpassung zu besprechen.

Ein Treffen ohne offizielle Erklärungen

Bisher hat der Vatikan keine Erklärung zum Inhalt des Gesprächs zwischen dem Papst und dem britischen Journalisten abgegeben, noch darüber, ob das Treffen mit den Untersuchungen von Gore zum Opus Dei oder mit anderen Angelegenheiten in Verbindung steht.

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