Der Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, wird für ein direktes Treffen mit dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X (FSSPX), P. Davide Pagliarani, verantwortlich sein, in einem besonders heiklen Moment der Beziehungen zwischen Rom und der Bruderschaft, geprägt von der Ankündigung neuer Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat.
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Wie The Pillar berichtet, hat der Kardinal Fernández selbst bestätigt, dass das Treffen nächste Woche im Sitz des Dikasteriums stattfinden wird und dass sein Ziel darin besteht, „einen fruchtbaren Weg des Dialogs zu finden“.
Tucho, einziger von Rom designierter Gesprächspartner
Eines der signifikantesten Elemente dieses neuen Schritts ist, dass der Dialog ausschließlich auf den Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre und den Oberen der FSSPX beschränkt bleibt, ohne die Beteiligung anderer Bischöfe der Bruderschaft oder anderer vatikanischer Verantwortlicher. Fernández selbst präzisierte, dass im Gegensatz zu früheren Treffen diesmal weder andere Prälaten der FSSPX noch Figuren der Kurie teilnehmen werden, die in der Vergangenheit an den Gesprächen beteiligt waren.
Dieser Umstand markiert eine relevante Veränderung im Vergleich zu früheren Phasen, in denen der Dialog Verantwortliche wie den Kardinal Kurt Koch, Präfekten des Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen, oder Msgr. Guido Pozzo, ehemaligen Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, einschloss. Die Designierung von Fernández als einzigem Gesprächspartner stellt den Prozess unter die direkte Kompetenz des doctrinalen Organismus des Heiligen Stuhls.
Ein Brief des Dikasteriums und eine explizite Ablehnung
Tucho erklärte außerdem, dass der vom P. Pagliarani erwähnte Brief – den dieser als unzureichend bezeichnet hatte – von seinem Dikasterium versandt wurde und dass darin ausdrücklich die Möglichkeit neuer Bischofsweihen zu diesem Zeitpunkt abgelehnt wurde. Dennoch betonte er, dass es in letzter Zeit einen Austausch von Korrespondenz gegeben hat und dass das Treffen einen Kanal der Kommunikation offen halten soll, „ohne Eile“.
Ein Dialog mit komplexer Vorgeschichte
Der Dialog zwischen Rom und der FSSPX zieht sich seit Jahrzehnten hin und hat Phasen größerer Annäherung erlebt, insbesondere während der Pontifikate von Benedikt XVI. und Franziskus. 2017 schlugen vatikanische Verantwortliche sogar die Möglichkeit einer stabilen kanonischen Struktur vor, wie eine persönliche Prälatur, während Papst Franziskus begrenzte Fakultäten in sakramentalen Angelegenheiten gewährte, um das spirituelle Wohl der an die Bruderschaft gebundenen Gläubigen zu betreuen.
Die kanonische Situation der FSSPX bleibt jedoch irregulär. Die Ankündigung neuer Weihen ohne päpstliches Mandat hat den Konflikt zu seinem ekklesiologischen Kern zurückgeführt, nun unter der direkten Verantwortung des doctrinalen Präfekten.
Ein entscheidender Moment
Die Entscheidung, den Dialog dem Kardinal Fernández anzuvertrauen, in diesem konkreten Kontext, macht das bevorstehende Treffen zu einem Punkt von besonderer Relevanz für die Zukunft der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der FSSPX.