«Der chavistische Erzbischof von Caracas.»
Das Erzbistum Caracas befindet sich im Zentrum einer schweren Kontroverse und weist die Vorwürfe der Erpressung gegen Mariana González de Tudares, die Tochter des designierten Präsidenten Edmundo González Urrutia, kategorisch zurück. González de Tudares hat öffentlich angegeben, Opfer von drei Erpressungsversuchen in diözesanen Büros geworden zu sein, wo ihr direkt gesagt wurde, dass sie ihren Vater „zwingen“ müsse, von seinem Amt zurückzutreten, damit ihr Ehemann freigelassen werde. Ihr Ehemann, Rafael Tudares, wurde zu 30 Jahren Haft wegen Terrorismus und Verschwörung verurteilt und konnte letzte Woche erstmals nach mehr als einem Jahr Haft seinen Ehemann besuchen. Erzbischof Raúl Biord reagierte in einer Erklärung vom 20. Januar und erklärte: «Zu keinem Zeitpunkt wurde im Erzbistum eine ‚Erpressung‘ oder Druck auf Familienangehörige von Inhaftierten oder sonst jemanden ausgeübt».«Wir haben zahlreichen Familienangehörigen von politischen Gefangenen pastoral beigestanden, ohne anderes Interesse als ihr Wohl zu fördern»
Aber die eigene Ernennung von Mons Biord vor anderthalb Jahren war bereits in Kontroversen verwickelt. Vatikanische Quellen versicherten The Pillar Catholic, dass seine Ernennung eine strategische Konzession war aufgrund der Vetomacht, die das Konkordat der venezolanischen Regierung über bischöfliche Ernennungen einräumt. Der Kontrast zu seinem Vorgänger, Kardinal Baltazar Porras – einer der Hauptstimmen des Episkopats gegen das Regime – ist dramatisch. Biord entzog Porras die finanzielle Unterstützung und sein Recht, in einer Residenz für emeritierte Erzbischöfe zu wohnen, weshalb Kardinal Porras in einer Pfarrkirche in Caracas lebt. Der Erzbischof erscheint immer lächelnd bei einem Treffen mit Nicolás Maduro im August 2024 und feierte kürzlich eine Messe, in der für die Befreiung von Präsident Maduro gebetet wurde. Ein vatikanischer Funktionär versicherte The Pillar: «Biord wurde in Caracas ernannt, weil er ein junger Bischof in einem Bistum war, das lange Zeit ohne ein langfristiges Projekt auskam, und weil er nicht von der venezolanischen Regierung vetoed werden würde».
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