Der spanische Priester Xavier Zabaleta wurde vorsorglich von allen öffentlichen Diensten in der französischen Diözese Bayonne suspendiert, nachdem eine Anzeige wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen bekannt geworden war. Die Maßnahme wurde von Bischof Marc Aillet mitgeteilt, nachdem der Ordensgeistliche im Rahmen einer in der Stadt Béziers eingeleiteten Ermittlung vor der französischen Polizei erschienen war.
Der aus San Sebastián stammende und der Kongregation vom Heiligsten Herzen Jesu – bekannt als die Väter von Timon David – angehörende Priester wirkte seit 2022 in der Ortschaft Urrugne im französischen Baskenland. Die Gläubigen erfuhren von seiner Suspendierung während des Sonntagsgottesdienstes, als ein Vertreterpriester eine Erklärung des Bischofs von Bayonne verlas, in der die Situation erläutert wurde.
Die Anzeige wurde zunächst vom Erzbischof von Montpellier gemeldet
Laut der von Sud-Ouest veröffentlichten Information gehen die angezeigten Vorfälle mehrere Jahre zurück, als der Priester in Béziers in der französischen Region Okzitanien lebte. Die erste Anzeige bei den Behörden soll im Juni 2024 vom Erzbischof von Montpellier erstattet worden sein.
Die Diözese Bayonne hat erklärt, erst am vergangenen 11. März von der Situation erfahren zu haben. Derselben Quelle zufolge habe die Staatsanwaltschaft von Béziers ausdrücklich um Diskretion gebeten, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden und den Priester vor seiner polizeilichen Vorladung nicht zu warnen.
Diese Vorladung fand am vergangenen 3. Juni statt. Zwei Tage später informierte Bischof Marc Aillet den Diözesanklerus offiziell über die ergriffenen Maßnahmen und die Schritte, die die Diözese nach Kenntnis der Anzeige unternommen hatte.
Bayonne informierte das Dikasterium für die Glaubenslehre
In einem an Priester und Diakone gerichteten Schreiben versicherte Bischof Aillet, „die üblichen zivil- und kirchenrechtlichen Verfahren“ eingeleitet zu haben, „sobald er von diesen Vorfällen Kenntnis erhalten habe“.
Zudem erklärte er, die Diözese habe die Staatsanwaltschaft von Béziers kontaktiert und die Information an das Dikasterium für die Glaubenslehre weitergeleitet, die zuständige Behörde des Heiligen Stuhls für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker.
Von allen öffentlichen Diensten ausgeschlossen
Während die Ermittlungen andauern, wurde Xavier Zabaleta von jeder öffentlichen pastoralen Tätigkeit ausgeschlossen. Die Diözese hat außerdem klargestellt, dass er das Beichtsakrament nicht spenden darf, solange die verhängten Vorsichtsmaßnahmen in Kraft bleiben.
Darüber hinaus ist die Kooperationsvereinbarung, die es dem Priester ermöglichte, seinen Dienst in der Diözese Bayonne auszuüben, beendet. Folglich ist der Ordensgeistliche nach Béziers zurückgekehrt und untersteht nun der Verantwortung seiner Ordensgemeinschaft.
Die Diözese betont die Unschuldsvermutung
In ihrer offiziellen Mitteilung hat die Diözese Bayonne ihre Bereitschaft bekräftigt, uneingeschränkt mit den Justizbehörden zusammenzuarbeiten, um die angezeigten Vorfälle aufzuklären.
Gleichzeitig hat sie daran erinnert, dass der Priester die Unschuldsvermutung genießt, solange keine rechtskräftige Entscheidung im Fall vorliegt. Die Ermittlungen laufen sowohl im zivilen als auch im kirchlichen Bereich weiter, bis die zuständigen Behörden Umfang und Wahrheitsgehalt der gegen den spanischen Ordensgeistlichen erhobenen Vorwürfe festgestellt haben.