Die Reise von Papst Leo XIV nach Afrika, geplant vom 13. bis 23. April, hat Kritik hervorgerufen, weil sie Länder einschließt, die für ihre politische Situation hervorgehoben werden. Der Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, hoher Verantwortlicher des Dikasteriums für die Evangelisation, antwortet jedoch unumwunden: Genau diese Kontexte machen die Präsenz des Pontifex notwendig.
In einem Interview mit The Pillar lehnt der nigerianische Prälat die Idee ab, Besuche aufgrund der Art der Regierung abzusagen. „Wenn der Papst Reisen wegen der politischen Situation absagen müsste, würde er kein Land der Welt besuchen“, sagt er.
„Der Papst kommt nicht zu den Gerechten, sondern zu den Sündern“
Nwachukwu stellt die Frage auf eine andere Ebene als die politische. Aus seiner Sicht kann das Kriterium nicht die Perfektion der Systeme sein, sondern die Mission des Papstes selbst.
„Wenn er Reisen wegen politischer Sünden absagen würde, müsste er auch auf Länder mit unmoralischen Gesetzen verzichten“, warnt er. Und er fügt eine direkte Referenz zum Evangelium hinzu: „Ich bin nicht zu den Gerechten gekommen, sondern zu den Sündern“.
Aus dieser Perspektive ist der Besuch in Ländern mit Schwierigkeiten keine Anomalie, sondern eine logische Konsequenz der Rolle des Pontifex als universeller Hirte.
Eine Botschaft, die niemanden ausschließt
Der Erzbischof betont, dass der Papst nicht reist, um politische Systeme zu billigen, sondern um eine Botschaft zu verkünden, die per Definition niemanden ausschließt: menschliche Würde, Frieden, Gemeinwohl.
„Niemand darf von dieser Botschaft ausgeschlossen werden“, betont er.
Deshalb hält er es für falsch, komplexe Kontexte zu vermeiden; stattdessen seien sie diejenigen, die diesen Ankündigung am meisten bedürfen. „Länder mit problematischen Regimen brauchen den Besuch des Papstes am dringendsten“, sagt er und ist überzeugt, dass seine Präsenz Räume öffnen kann, die sonst verschlossen blieben.
Ein Besuch, der Raum schaffen will
Laut Nwachukwu zeigt die jüngste Geschichte, dass päpstliche Reisen nicht nur symbolisch sind. In bestimmten Kontexten haben sie zur Verbesserung der Situation der Kirche beigetragen und sogar Veränderungen in der Gesellschaft bewirkt.
In dieser Richtung äußert er die Hoffnung, dass der Besuch von Leo XIV „einen kleinen Atemzug öffnen“ könne, ein Bild, das auf eine Präsenz hinweist, die Konflikte nicht löst, aber einen Raum der Hoffnung schafft.
Afrika: Mission in ungleichen Kontexten
Die Route des Papstes umfasst Algerien, Äquatorialguinea, Angola und Kamerun, Länder, die sehr unterschiedliche kirchliche Realitäten widerspiegeln.
Von kleinen Gemeinschaften wie der algerischen – wo die Kirche in der Minderheit lebt und ohne Möglichkeit zur Proselytismus – bis hin zu Ländern mit starkem katholischen Wachstum wie Angola oder Kamerun.
In allen Fällen gilt dasselbe Kriterium: nicht der Komfort des Kontexts, sondern die Notwendigkeit der Mission.
Eine Logik, die Konflikte nicht vermeidet
Für Mons. Nwachukwu passt sich das Handeln des Papstes nicht an ideale Bedingungen an, sondern tritt in unvollkommene Situationen ein. Es geht nicht darum, Probleme zu ignorieren, sondern sie aus einer anderen Logik anzugehen. Der Logik der christlichen Verkündigung, die nicht auf günstige Szenarien wartet, um präsent zu sein.