Ein neues Massaker gegen eine christliche Gemeinde erschütterte in der Nacht des Palmsonntags den Bundesstaat Plateau im Zentrum Nigerias, wo zwischen 26 und 40 Personen bei einem bewaffneten Angriff getötet wurden, so verschiedene lokale Quellen und Menschenrechtsorganisationen, wie La Gaceta de la Iberósfera berichtet.
Der Überfall ereignete sich in der Zone Angwan Rukuba in Jos North, einem Gebiet mit christlicher Mehrheit in der Nähe der Universität von Jos, als eine Gruppe bewaffneter Männer in einen Treffpunkt eindrang, der von Nachbarn frequentiert wird, und wahllos das Feuer eröffnete.
Ein Angriff mitten in der Feier des Palmsonntags
Die Ereignisse geschahen in der Nacht des 29. März, mitten in der Feier des Palmsonntags, einem der bedeutendsten Termine im christlichen liturgischen Kalender. Zeugen berichteten, dass die Angreifer, die sich auf Motorrädern bewegten und Tarnkleidung trugen, sowohl Wohngebiete als auch öffentliche Räume angriffen und Dutzende von Opfern zurückließen.
Unter den Toten befinden sich Frauen, Kinder und Universitätsstudenten. Der Angriff löste Panikszene aus, wobei Verletzte eilig in nahegelegene Krankenhäuser gebracht wurden, während die Angreifer in bergige Gebiete flohen.
Obwohl die Polizei zunächst eine niedrigere Zahl an Opfern angab, steigt die Bilanz mit fortschreitender Zählung und Behandlung der schwersten Verletzten.
Verdacht auf Fulani-Milizen und wiederkehrende Gewalt
Lokale Bewohner und christliche Organisationen schreiben den Angriff Milizen der Fulani oder aktiven Dschihadistengruppen in der Region zu, im Rahmen eines anhaltenden Konflikts, der ethnische, territoriale und religiöse Faktoren kombiniert.
Obwohl die Behörden diese Vorfälle als allgemeine Bandenüberfälle darstellen, weisen verschiedene internationale Organisationen auf ein Muster wiederkehrender Angriffe gegen christliche Gemeinden im sogenannten Middle Belt Nigerias hin.
Nigeria gilt für mehrere NGOs als eines der gefährlichsten Länder der Welt für Christen, mit Tausenden von Opfern in den letzten Jahren durch Auseinandersetzungen und gezielte Angriffe.
Ausgangssperre und Spannungen in der Zone
Nach dem Massaker besuchte der Gouverneur des Bundesstaates Plateau, Caleb Mutfwang, die Zone und bezeichnete den Angriff als „barbarisch und ungerechtfertigt“. Er kündigte zudem eine 48-stündige Ausgangssperre in Jos North an, um die Lage zu kontrollieren und Sicherheitsoperationen zu erleichtern.
Die Landesregierung verpflichtete sich, die medizinischen Kosten der Verletzten und die Beerdigungen der Opfer zu übernehmen, während die Sicherheitskräfte ihre Präsenz in der Zone verstärkten.
Protest und Forderungen nach Schutz
Am Tag nach dem Angriff gingen Hunderte von Bewohnern auf die Straßen, um zu protestieren und mehr Schutz vor der Wiederholung gewalttätiger Vorfälle in der Region zu fordern. Die Demonstrationen fanden trotz der durch die Ausgangssperre auferlegten Einschränkungen statt.
Das Erzbistum von Jos und verschiedene Organisationen haben das Vorgefallene als gezielten Angriff gegen Christen an einem besonders symbolischen Datum verurteilt und fordern eine entschiedenere Reaktion der Behörden.
Die Untersuchung des Angriffs läuft weiter, und vorerst wurden keine Festnahmen bestätigt.