«Die Eucharistie ist nicht ersetzbar»: Woelki verurteilt den Ersatz der Messe durch Wortgottesdienste

«Die Eucharistie ist nicht ersetzbar»: Woelki verurteilt den Ersatz der Messe durch Wortgottesdienste
Rainer Maria Kardinal Wölki Erzbischof von Köln beim Eröffnungsgottesdienst zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in St. Bonifatius. Wiesbaden, 25.09.2023 *** Rainer Maria Cardinal Wölki Archbishop of Cologne at the opening service of the Autumn Plenary Assembly of the German Bishops Conference in St Boniface Wiesbaden, 25 09 2023 Foto:xP.xBackx/xFuturexImagex bischofskonferenz_3990

Der Kardinal Rainer Maria Woelki hat eine klare Warnung vor einem Trend ausgesprochen, der sich in einigen Diözesen ausbreitet: der Ersatz der Heiligen Messe durch Wortgottesdienste, sogar mit Austeilung der Kommunion. Wie Katholisch.de berichtet, hat der Erzbischof von Köln diese Praxis während der Chrismamesse in der Kathedrale angeprangert.

„Das ist nicht mehr katholisch“

Woelki äußerte seine Besorgnis über das, was er als besorgniserregende pastorale Abweichung bezeichnete. „Immer häufiger ersetzen Wortgottesdienste – oft mit Austeilung der Kommunion – die Feier der Eucharistie“, stellte er fest.

Der Kardinal war unmissverständlich, als er sich an die Priester wandte: „Das, liebe Brüder, ist nicht mehr katholisch, und ich bitte Sie inständig, sich von Anfang an dagegen zu wehren.“

Für Woelki handelt es sich nicht um eine nebensächliche Angelegenheit, sondern um etwas, das das Wesen der Kirche selbst berührt, die er als „eucharistische Versammlung“ definierte, die gerade aus der Feier des Messopfers entsteht.

Die Eucharistie kann nicht ersetzt werden

Der Erzbischof betonte, dass die sonntägliche Feier der Eucharistie „nicht ersetzbar oder austauschbar“ sei. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde seit den frühesten Zeiten des Christentums um die Sonntagsmesse versammelt war, eine Praxis, die nicht ohne Konsequenzen verwässert werden kann.

In diesem Sinne plädierte er für eine bewusste Wiederaneignung der zentralen Stelle der Eucharistie und wies darauf hin, dass nur von ihr aus eine authentische geistliche Erneuerung der Gemeinden möglich ist.

Die tägliche Messe, essenziell für den Priester

Woelki richtete auch eine direkte Botschaft an den Klerus und forderte die Priester auf, die Eucharistie täglich zu feiern. Er unterstrich, dass diese Praxis nicht von der Anzahl der anwesenden Gläubigen abhängt.

„Selbst wenn nur wenige Gläubige teilnehmen oder gar keine, ist die tägliche Feier der Messe für uns geistlich notwendig und praktisch lebenswichtig“, betonte er.

Der Kardinal erinnerte daran, dass die Kirche diese Praxis eindringlich empfiehlt, nicht als optionale Andacht, sondern als etwas „konstitutiv für unser priesterliches Sein und Handeln“.

Risiko, das sakramentale Leben zu schwächen

Der Erzbischof warnte zudem vor dem Risiko, dass bei einer Reduzierung der Messhäufigkeit die Gläubigen selbst die Gewohnheit verlieren, an der Eucharistie teilzunehmen.

In diesem Kontext gewinnen seine Worte besondere Relevanz, da das Erzbistum Köln 2024 die Feier von Wortgottesdiensten mit Austeilung der Kommunion am Sonntag genehmigt hat, allerdings nur in Fällen, in denen die Teilnahme an der Messe nicht möglich ist.

Mit seinem Eingreifen rückt Woelki den Fokus auf eine wesentliche Frage: die Zentralität der Eucharistie im Leben der Kirche und des Christen. Es geht nicht nur darum, eine liturgische Form zu bewahren, sondern das „Mysterium des Glaubens“ zu hüten, die Quelle der Gnade und den Kern des sakramentalen Lebens.

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