Lasst uns Holz in sein Brot senden

Von Mons. Alberto José González Chaves

Lasst uns Holz in sein Brot senden

Bestimmte Phrasen der Schrift, in der Fastenzeit und noch mehr in der Karwoche, die häufig im traditionellen Stundengebet wiederholt werden, scheinen sich mit einer neuen, erschütternden Dichte zu laden. Wie diese des Propheten Jeremia, die als Epistel für den Heiligen Dienstag dient, vor der Passion nach Markus: «Mittamus lignum in panem eius»: «Lasst uns ein Holz in sein Brot werfen». So geheimnisvoll, dass sie von einem dunklen Licht durchdrungen scheint, das nur das Kreuz Christi enthüllen kann.

Jeremia spricht in der ersten Person, doch in ihm hallt bereits ein Anderer wider. Er fühlt sich wie «agnus mansuetus, qui portatur ad victimam», ein sanftes Lamm, das zum Opfer geführt wird wie ein Schlachtopfer. Es ist die umzingelte Unschuld, die verratene Sanftmut, die Güte, die von einer perversen Intelligenz belagert wird, die im Schatten intrigiert. Und dann taucht dieser seltsame, fast gewalttätige Ausdruck auf: das Holz in das Brot einführen.

Was bedeutet das? In seinem unmittelbaren Sinn ist es die Verschwörung, um den Propheten zu zerstören, sein Leben zu verbittern, bis es unerträglich wird, um den Tod in das zu mischen, was Nahrung sein sollte. Doch in der Liturgie dieser Tage hört die Kirche, mit tiefer theologischer Intuition, hier eine verhüllte Ankündigung des Mysteriums Christi des Erlösers.

Denn mit der Erfüllung der Zeiten wird das „Brot“ nicht mehr nur eine Metapher für das Leben des Gerechten sein: Es wird Christus selbst sein, «Panis vivus qui de caelo descendit». Und das „Holz“ wird nicht mehr nur eine Figur sein: Es wird das reale, konkrete, schwere Kreuz, auf dem dieses Brot dargebracht wird.

«Mittamus lignum in panem eius»: Lasst uns das Holz in sein Brot werfen. Es ist, als hätten die Feinde Gottes, auch wenn sie es nicht wussten, den Modus unserer Erlösung detailliert beschrieben: Das Brot, durchbohrt vom Holz, das gekreuzigte Brot, das dargebotene Brot.

Hier ist das Mysterium des Heiligen Dienstags: Die Eucharistie und das Kreuz können nicht getrennt werden. Derselbe, der uns als Nahrung gegeben wird, ist der, der ans Holz genagelt wird. Derselbe, der das Brot beim Abendmahl bricht, ist der, der in der Passion gebrochen wird. Wir wünschen uns so oft einen Christentum ohne Kreuz, ein Brot ohne Holz, eine Kommunion ohne Opfer. Doch es gibt kein Brot des Lebens ohne das Holz des Kreuzes.

Und es gibt noch etwas Beunruhigenderes: Dieser Satz beschreibt nicht nur, was die Feinde Christi taten; er beschreibt auch die ständige Versuchung der Welt – und, wenn wir ehrlich sind, unseres eigenen Herzens – das Heilige zu verderben, das Holz der Härte, der Ablehnung, der Sünde in das reine Brot der Gnade einzuführen. Jede Sünde ist auf gewisse Weise eine Wiederholung dieses Satzes: mittamus lignum; Rauheit dort hineinzubringen, wo Gott Süße hingetan hat; den Tod einzuführen, wo er Leben geben wollte.

Dagegen antwortet Jeremia – und in ihm Christus – nicht mit Gewalt, sondern mit Hingabe: «Tibi enim revelavi causam meam, Domine». «Dir habe ich meine Sache anvertraut, Herr». Es ist das stille Gebet Jesu in diesen Tagen: Er wehrt sich nicht, er gibt sich hin; er rechtfertigt sich nicht, er bietet sich dar; er flieht nicht vor dem Holz, er umarmt es.

Und hier ist die Lektion für uns in diesen heiligen Tagen: Akzeptieren, dass unser Leben, wenn es wahrhaft eucharistisch sein will, auch sein Holz haben wird. Es wird Missverständnisse, Kreuze, Momente geben, in denen wir uns wie dieses Lamm fühlen, das ohne zu verstehen geführt wird. Doch gerade dort, wenn das Holz unser Brot berührt, beginnt unser Leben wirklich dem von Christus zu ähneln, wenn wir nicht vor dem Holz fliehen, sondern zulassen, dass Gott es mit unserem Brot vereint. Nur so – geheimnisvoll – wird unser Schmerz zu Nahrung, unser Kreuz zur Erlösung, und unser Leben zu einer Opfergabe und einem Schlachtopfer von süßem Duft, wie das des gesegneten Christus, unter dem miterlösenden Blick Marias, des reinen Lammes, Mulier Eucharistica, Mater Panis vitae.