Kanada erarbeitet ein Gesetz gegen Hass, das die Religionsfreiheit infrage stellt

Kanada erarbeitet ein Gesetz gegen Hass, das die Religionsfreiheit infrage stellt

Das kanadische Parlament hat ein neues Gesetz gegen „Hassrede“ verabschiedet, das starke Bedenken bei christlichen Führern und Verteidigern der Religionsfreiheit ausgelöst hat, da es das Risiko birgt, dass es zur Einschränkung der Äußerung von Glaubensüberzeugungen auf Basis biblischer Lehren genutzt werden könnte.

Am 25. März hat das Unterhaus dem Gesetzentwurf C-9 —offiziell Combatting Hate Act genannt— mit 186 Ja-Stimmen und 137 Nein-Stimmen grünes Licht gegeben, nach einem beschleunigten legislativen Prozess, der die Debattezeit verkürzt hat

Eine Strafrechtsreform mit weitreichenden Auswirkungen

Die Initiative, die die kanadische Regierung im September 2025 eingebracht hat, zielt darauf ab, die strafrechtliche Reaktion auf Hassdelikte zu stärken. Unter anderem führt sie neue Straftatbestände in das Strafgesetzbuch ein und erweitert die rechtlichen Mittel, um Handlungen wie Einschüchterung oder Blockaden des Zugangs zu Gotteshäusern, Schulen oder Gemeindezentren zu sanktionieren.

Der Text definiert zudem spezifischer die absichtliche Förderung von Hass gegen identifizierbare Gruppen, einschließlich der öffentlichen Ausstellung von Symbolen, die als terroristisch oder hassfördernd gelten. Darüber hinaus entfällt die Notwendigkeit, die vorherige Zustimmung des Generalstaatsanwalts für Verfahren wegen Hasspropaganda einzuholen, mit dem Ziel, gerichtliche Maßnahmen zu beschleunigen.

Laut der kanadischen Regierung reagiert das Gesetz auf den Anstieg von Phänomenen wie Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie und Transphobie.

Der kritische Punkt: die Streichung der religiösen Ausnahme

Allerdings hat der Aspekt, der die größte Kontroverse ausgelöst hat, die Streichung der derzeit in der kanadischen Gesetzgebung vorgesehenen religiösen Ausnahme betroffen. Bisher sah das Strafgesetzbuch vor, dass es kein Delikt darstellt, Meinungen in gutem Glauben auf Basis religiöser Texte oder Überzeugungen auszudrücken.

Die neue Formulierung hebt diesen Schutz auf, was nach Ansicht der Kritiker der Norm die Tür öffnen könnte, dass bestimmte religiöse Äußerungen angezeigt werden, wenn sie als Hassrede interpretiert werden.

Diese Änderung war entscheidend, um die Unterstützung des Bloc Québécois zu gewinnen und der liberalen Regierung die notwendige Mehrheit im Unterhaus für die Verabschiedung des Textes zu sichern.

Religiöse Bedenken

Verschiedene religiöse Führer und pro-life-Organisationen haben ähnliche Vorbehalte geäußert. Unter ihnen warnte der Pastor David Cooke davor, dass das Gesetz ein Klima größerer Feindseligkeit gegenüber Gläubigen schaffen könnte, indem es rechtliche Schritte gegen diejenigen erleichtert, die traditionelle Lehren über Leben, Familie oder Moral äußern.

Auch die katholischen Bischöfe Kanadas haben ihre Bedenken geäußert und die Maßnahme als mögliche Verletzung der Religionsfreiheit bezeichnet.

Der Justizminister Sean Fraser verteidigte den Entwurf und versicherte, dass das Gesetz religiösen Führern nicht verbieten werde, ihre heiligen Texte zu lesen oder zu zitieren, und betonte, dass die Reform Garantien enthält, um die Meinungsäußerungsfreiheit in nicht-strafbaren Kontexten zu schützen.

Eine breitere Definition und Interpretationsspielraum

Ein weiteres relevantes Element des Textes ist die Einführung einer gesetzlichen Definition von „Hass“, die klären soll, wann ein Verhalten ein Delikt darstellen kann. Einige Kritiker halten diese Definition jedoch für interpretierbar in weitem Maße, insbesondere in sensiblen Fragen, in denen religiöse Überzeugungen und zeitgenössische gesellschaftliche Debatten aufeinandertreffen.

Obwohl das Gesetz festlegt, dass friedliche Demonstrationen und die Mitteilung von Informationen nicht betroffen sind, wirft die Streichung der religiösen Ausnahme Zweifel an dem tatsächlichen Umfang dieser Garantien in der Praxis auf.

Der Senat, letzte Etappe des Verfahrens

Der Gesetzentwurf muss nun vom Senat geprüft werden, wo noch Änderungen eingeführt werden könnten, bevor er endgültig verabschiedet wird. Die Zusammensetzung des Oberhauses —mit zahlreichen Mitgliedern, die während der Amtszeit des Premierministers Justin Trudeau ernannt wurden— lässt jedoch ein komplexes Szenario für diejenigen erwarten, die die Reform stoppen oder abmildern wollen.

Das Ergebnis in diesem letzten Gremium wird maßgeblich sein, um zu bewerten, inwieweit diese Reform die Grenzen der Meinungs- und Religionsfreiheit in Kanada neu definiert.

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