Ordinariate: Fernández nimmt das Modell von Benedikt XVI zur Kenntnis

Ordinariate: Fernández nimmt das Modell von Benedikt XVI zur Kenntnis

Der Kardinal Víctor Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, hat ein Dokument über die persönlichen Ordinariate anglikanischen Ursprungs veröffentlicht, nachdem er seine Verantwortlichen gebeten hatte, zu detaillieren, wie diese Strukturen in der Praxis funktionieren.

Der Text, betitelt «Characteristics of the Anglican Heritage as Lived in the Ordinariates Established Under the Apostolic Constitution Anglicanorum Coetibus«, fasst „die Früchte dieser Gespräche“ Anfang März in Rom zusammen, wo der Präfekt die Bischöfe einlud, ihre konkrete Erfahrung des spirituellen und pastoralen Erbes der Ordinariate darzulegen.

Ein Modell, das Identität innerhalb der Gemeinschaft bewahrt

Das Dokument betont, dass die Ordinariate – geschaffen auf Basis der apostolischen Konstitution Anglicanorum Coetibus von Benedikt XVI. – eine volle Gemeinschaft mit Rom ermöglichen, ohne die Aufgabe eines eigenen spirituellen Erbes zu verlangen. Wie hervorgehoben wird, ist dieses Erbe kein nebensächliches Element, sondern „ein kostbares Geschenk“, das die universale Kirche bereichert.

Die Bischöfe heben hervor, dass trotz der geografischen Zerstreuung dieser Gemeinschaften eine gemeinsame Identität existiert, die auf der Integration von Elementen der anglikanischen Tradition innerhalb des katholischen Glaubens basiert. Diese Identität artikuliert sich um Liturgie, Gemeindeleben und eine Spiritualität, die durch Kontinuität mit der überlieferten Tradition geprägt ist.

An diesem Punkt stellt der Text die Ordinariate als konkrete Ausdrucksform der Inkulturation dar: eine Weise, den katholischen Glauben zu leben, die die vorherige Geschichte derer, die eintreten, nicht auslöscht, sondern sie annimmt und in die kirchliche Gemeinschaft einordnet.

Schönheit, Liturgie und Gemeindeleben

Unter den Merkmalen, die das Dokument als charakteristisch für diese Ordinariate identifiziert, ragt die zentrale Rolle der Schönheit im liturgischen Leben heraus, verstanden nicht als sekundäres ästhetisches Element, sondern als Instrument der Evangelisation. Die sakrale Musik, die Kunst und die Pflege des Kultes erscheinen als bevorzugte Mittel, um die Gläubigen zu Gott zu führen.

Dazu kommt ein starkes Gemeindeleben mit aktiver Beteiligung sowohl des Klerus als auch der Laien und ein spiritueller Rhythmus, der durch gemeinsames Gebet geprägt ist, insbesondere das Beten des Stundengebets. Das Dokument unterstreicht auch die Bedeutung einer soliden Predigt, spiritueller Begleitung und des Sakraments der Buße als Säulen des pastoralen Lebens.

Ein weiteres hervorgehobenes Element ist die Rolle der Familie als „Hauskirche“ und die Weitergabe des Glaubens im familiären Bereich, zusammen mit einer konkreten Aufmerksamkeit für die Armen, die das liturgische Leben mit der sozialen Realität verbindet.

Ein Modell, das auf andere kirchliche Realitäten anwendbar ist?

Das Dokument des Dikasteriums für die Glaubenslehre gewinnt eine Bedeutung, die über seinen beschreibenden Inhalt hinausgeht. Indem es den Wert einer besonderen Tradition unterstreicht, die in die Gemeinschaft der Kirche integriert wird, stärkt es indirekt ein Modell, das einige für anwendbar auf andere kirchliche Situationen halten.

Der Text beschränkt sich darauf, die Erfahrung der Ordinariate als positives Beispiel für die Integration eines eigenen Erbes innerhalb der katholischen Einheit darzustellen.

In der Zwischenzeit bleibt die Frage offen: Kann dieses Modell, das für Gemeinschaften anglikanischen Ursprungs validiert wurde, auf andere Bereiche ausgedehnt werden, in denen die Spannung zwischen Tradition und Reform einer der Hauptpunkte der Reibung innerhalb der Kirche bleibt?

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