Opfer von Rupnik kritisieren Monate ohne Informationen zum kanonischen Verfahren

Opfer von Rupnik kritisieren Monate ohne Informationen zum kanonischen Verfahren

Die Opfer im Rupnik-Fall klagen, dass sie seit Monaten keine Informationen über den vom Vatikan angekündigten kanonischen Prozess erhalten, was Empörung und neue Kritik an der mangelnden Transparenz in der Bewältigung eines der schwerwiegendsten Skandale der letzten Jahrzehnte ausgelöst hat.

„Wir wissen nichts“: Die Anklage der Opfer

Über ihre Anwältin Laura Sgrò haben mehrere Frauen, die sexuelle und psychische Missbräuche durch den Ex-Jesuiten Marko Rupnik angezeigt haben, ihre Frustration über das Schweigen der vatikanischen Behörden zum Ausdruck gebracht. So berichtete das italienische Medium Il Messaggero.

Wie sie erklären, haben sie trotz wiederholter Anfragen an das Dikasterium für die Glaubenslehre keine Informationen über den Stand des Verfahrens erhalten, nicht einmal grundlegende Daten wie die Zusammensetzung des Tribunals oder den Kalender der Verhandlungen.

„Die Opfer wissen absolut nicht, was vor sich geht“, warnt die Anwältin und betont, dass diese Situation elementare Prinzipien der Gerechtigkeit verletzt und das über Jahre anhaltende Leid verschärft.

Ein angekündigter Prozess, aber ohne sichtbare Fortschritte

Papst Leo XIV. kündigte am 7. November 2025 an, dass der neue kanonische Prozess gegen Rupnik begonnen habe und die Richter für den Fall bereits ernannt worden seien.

Monate später ist jedoch keine zusätzliche Information öffentlich geworden. Weder die Anzahl noch die Namen der Tribunalmitglieder wurden offiziell mitgeteilt, was das Gefühl der Undurchsichtigkeit verstärkt hat.

Jahre des Wartens und wachsende Unruhe

Der Fall betrifft rund dreißig Frauen, die über Jahrzehnte hinweg, seit den achtziger Jahren, Missbräuche erlitten haben sollen. Für die Opfer ist das Fehlen von Fortschritten nicht nur „unerträglich“, sondern verlängert den erlittenen Schaden.

Ihre Verteidigung besteht darauf, dass sowohl das Recht auf einen fairen Prozess als auch der Respekt vor angemessenen Fristen gewährleistet werden muss, etwas, das nach ihrer Ansicht nicht erfüllt wird.

Ein von Kontroversen geprägter Fall

Die Bewältigung des Rupnik-Falls war von Anfang an von Kontroversen umgeben. Der Priester, bekannter Künstler und einflussreiche Figur in kirchlichen Kreisen, soll über Jahre Unterstützung in der Hierarchie gehabt haben.

Zu den kontroversesten Episoden gehört die Aufhebung seiner Exkommunikation im Jahr 2020, was Fragen zur Handlungsweise der vatikanischen Behörden aufgeworfen hat.

Offene Debatte über seine Werke

Während die Opfer weiterhin ohne Antworten bleiben, geht die Debatte in der Kirche über das Schicksal der künstlerischen Werke von Rupnik weiter, die in Heiligtümern und Kirchen auf der ganzen Welt zu finden sind.

Einige Bischöfe haben sich entschieden, sie zu entfernen oder zu verdecken, wie in Lourdes, wo man der Ansicht war, dass ihre Präsenz das Leid der Opfer verstärkt. An anderen Orten wurden jedoch keine Entscheidungen getroffen, was die bestehende Spaltung widerspiegelt.

Ein Schweigen, das die Vertrauenskrise verschärft

Das Fehlen von Informationen über den kanonischen Prozess rückt erneut die Frage der Transparenz in der Kirche in den Mittelpunkt der Debatte.

Für die Opfer ist das Problem nicht nur die Vergangenheit, sondern die Gegenwart: Monate nach der offiziellen Ankündigung des Prozesses wissen sie immer noch nicht, was vor sich geht. Eine Situation, die, anstatt Wunden zu heilen, droht, das Misstrauen gegenüber den Institutionen zu vertiefen, die für die Verteilung von Gerechtigkeit zuständig sind.

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