Die Regierung Spaniens bestraft katholische Bruderschaften, die ihren Geschlechterpolitiken nicht folgen.

Die Regierung Spaniens bestraft katholische Bruderschaften, die ihren Geschlechterpolitiken nicht folgen.

Die spanische Regierung hat das Verfahren eingeleitet, um die Erklärung des nationalen touristischen Interesses für die Semana Santa von Sagunto (Valencia) zu widerrufen, nachdem eine ihrer Hauptbruderschaften beschlossen hat, ihre traditionellen Statuten beizubehalten, die die Teilnahme ausschließlich von Männern vorsehen. Die Maßnahme, die in einer gemeinsamen Mitteilung des Ministeriums für Tourismus und des Ministeriums für Gleichstellung angekündigt wurde, eröffnet eine neue Front zwischen den ideologischen Regierungspolitiken und den religiösen Traditionen, die seit dem 15. Jahrhundert erhalten bleiben.

Institutioneller Druck nach einer internen Abstimmung

Die Entscheidung der Exekutive kommt danach, dass die Cofradía de la Purísima Sangre de Nuestro Señor Jesucristo mit 267 Stimmen gegen 114 abgelehnt hat, ihre Statuten zu ändern, um Frauen in ihr leitendes Organ zuzulassen. Der Vorschlag zielte darauf ab, den Begriff „varones“ durch „personas“ zu ersetzen und damit eine Tradition zu verändern, die Jahrhunderte zurückreicht.

Aufgrund dieser Abstimmung hat die Staatssekretariat für Tourismus beschlossen, ein Verfahren einzuleiten, um die 2004 erteilte Anerkennung zu entziehen, mit der Begründung, dass die Ausschließung von Frauen das Anforderungskriterium der „bürgerlichen Beteiligung“ verletzen könnte, das von der geltenden Norm vorgeschrieben ist.

Aufgezwungene Gleichstellung gegenüber der Autonomie der Bruderschaften

Die Exekutive rechtfertigt ihr Handeln mit dem Gleichstellungsgesetz von 2007 und der Norm, die die Feste von touristischem Interesse regelt, und verteidigt, dass keine als diskriminierend geltende Praxis geduldet werden kann. Vom Instituto de las Mujeres aus wird argumentiert, dass die Verhinderung der weiblichen Beteiligung „keiner Tradition“ entspricht, sondern eine Handlungsweise darstellt, die den Grundrechten widerspricht.

Allerdings wirft die Maßnahme Fragen zu den Grenzen der staatlichen Intervention in religiöse Einrichtungen auf, die, wie die valencianische Regierung selbst anerkennt, privaten Charakters sind und eigene Normen sowie historische Wurzeln haben.

Ein Präzedenzfall, der auf andere Bruderschaften hindeutet

Es handelt sich nicht um einen isolierten Fall. Das Instituto de las Mujeres hat kürzlich bereits gegen andere Bruderschaften in Murcia und Kastilien-La Mancha wegen ähnlicher Situationen vorgegangen. Zudem hat das Verfassungsgericht im vergangenen Jahr den Einspruch einer Frau unterstützt, die von einer Bruderschaft auf Teneriffa ausgeschlossen wurde, und damit eine judikative Linie markiert, die solche Maßnahmen verstärkt.

All das zeichnet ein Szenario, in dem religiöse Traditionen zunehmendem rechtlichem und politischem Druck ausgesetzt sind, um sich an die vom Staat geförderten „Gleichstellungskriterien“ anzupassen.

Kirchliches Schweigen und politischer Druck

Das Erzbistum Valencia hat sich dazu entschieden, sich nicht zu dem Konflikt zu äußern, und im politischen Bereich haben sowohl die Zentralregierung als auch autonome Behörden auf die Notwendigkeit hingewiesen, hin zur „Inklusion“ voranzugehen, sogar im Bereich religiöser Traditionen. Der Präsident der Generalitat Valenciana hat zum Dialog aufgerufen, obwohl er klargestellt hat, dass die Richtung die der Gleichstellung sein muss.

Tradition unter ideologischem Druck

Der mögliche Entzug der touristischen Anerkennung hätte nicht nur symbolische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Konsequenzen für die Stadt, was den Druck auf die Bruderschaft erhöht.

Die Drohung, eine öffentliche Anerkennung zu entziehen, ist kein neutraler Akt, sondern eine Form, das innere Leben eines Vereins von außen zu beeinflussen. Was auf dem Spiel steht, ist nicht nur eine bestimmte Prozession, sondern der tatsächliche Spielraum der Freiheit religiöser Vereine, ihre Statuten, ihre Geschichte und ihren eigenen Sinn zu bewahren, ohne sich einer von der Politik aufgezwungenen Neudeutung zu unterwerfen.

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