Die Entscheidung des Oberhauses, Klausel 208 im Gesetzentwurf zum Kriminalitäts- und Polizeigesetz beizubehalten, die den Abbruch bis zur Geburt unter bestimmten Umständen entkriminalisiert, hat die unmittelbare Reaktion des englischen Episkopats hervorgerufen, der vor ihren schweren Konsequenzen warnt.
Laut der Erklärung, die vom Erzbischof von Liverpool, John Sherrington – verantwortlich für Lebensfragen der Bischofskonferenz –, verbreitet wurde, stellt diese Maßnahme einen besorgniserregenden Schritt dar, der sowohl schwangere Frauen als auch ihre ungeborenen Kinder gefährden kann.
„Tief bestürzt“ über die Entscheidung
Der Prälat hat seine „tiefe Bestürzung“ über die Ablehnung des Amendments der Baronin Monckton zum Ausdruck gebracht, das diese Klausel aus dem Gesetzestext entfernen sollte.
In seiner Erklärung warnt Sherrington davor, dass die Entkriminalisierung des Abbruchs „auf Verlangen bis zur Geburt“ in einigen Fällen zu einem Anstieg von Abbrüchen in fortgeschrittenen Schwangerschaftsphasen führen kann, mit besonders schweren Konsequenzen.
Risiken von Druck und Isolation für Frauen
Der Erzbischof betont, dass diese Entscheidung nicht nur das Ungeborene betrifft, sondern auch die Mutter. Wie er angibt, könnte das neue rechtliche Rahmenwerk die Risiken erhöhen, dass Frauen in unerwarteten Schwangerschaftssituationen Druck, Zwang oder Isolation ausgesetzt sind.
Seiner Ansicht nach bietet die Maßnahme keine Lösung, sondern könnte die Vulnerabilität vieler Frauen verschärfen, insbesondere in schwierigen Kontexten.
Aufruf, das Leben zu verteidigen und Mütter zu unterstützen
Der Erzbischof von Liverpool hat die Arbeit von Parlamentariern und Organisationen gewürdigt, die versucht haben, diese Initiative zu stoppen, sowie die Einrichtungen, die praktische Unterstützung für schwangere Frauen bieten.
Angesichts der neuen Lage hat er die Gläubigen aufgefordert, ihr Engagement zu verstärken, sowohl durch Gebet als auch durch konkrete Hilfen, um Mütter zu begleiten und das Leben des Ungeborenen zu schützen.
Inspiriert von der Heiligen Familie hat Sherrington dazu aufgerufen, weiterhin die Würde jedes menschlichen Lebens zu verteidigen, sowohl des Kindes im Mutterleib als auch der Mutter.