„Wir brauchen Priester“. Mit diesen Worten beschreibt der Bischof von Tarazona, Vicente Rebollo Mozos, die Situation seiner Diözese, die von einem Mangel an Berufungen, der Alterung des Klerus und dem Fehlen von Seminaristen geprägt ist.
„Wir sind wenige Priester und viele Ältere“
In seinem Schreiben beschreibt der Prälat eine Situation, die von einem Mangel an generationellem Nachwuchs geprägt ist. „Es gibt viele Pfarreien, wir sind wenige Priester, einige Ältere, die noch aktiv sind“, betont er.
Derzeit zählt die Diözese 14 Priester aus anderen Diözesen, die bei der seelsorgerischen Betreuung mitwirken, wobei ihre Präsenz vorübergehend ist.
Die Situation verschärft sich, wie er erklärt, durch den Mangel an Berufungen: „Wir haben ein sehr großes Seminar, aber keine Seminaristen“.
Aufruf zum Tag des Seminars
Der Bischof rahmt seine Reflexion in die Feier des Tags des Seminars ein, der am 22. März unter dem Motto „Lass deine Netze… und folge mir“ stattfinden wird.
In diesem Kontext lädt er insbesondere die Jugendlichen ein, ihr Leben zu überdenken und sich für den Ruf Christi zu öffnen, im Kontrast zu einer Kultur, die – wie er angibt – durch intensiven Gebrauch sozialer Netzwerke und Individualismus geprägt ist.
„Der Herr ruft“, betont er und unterstreicht die Notwendigkeit, die priesterliche Berufung in Familien, Pfarreien, Katechesen und Bildungseinrichtungen vorzuschlagen.
Direkte Bitte an die Familien
Rebollo Mozos richtet auch eine explizite Botschaft an Eltern und Großeltern, von denen er bittet, diese Realität den Jugendlichen näherzubringen.
„Zeigt ihnen diesen Brief, ladet sie ein, ihn zu lesen“, bittet er, während er dazu aufruft, Räume für die Berufungsunterscheidung zu fördern und für neue Berufungen zu beten.
Der Bischof betont die Bedeutung, Gebet und Handeln zu verbinden, um auf diese Notwendigkeit zu antworten, die er als prioritär für das Leben der Diözese betrachtet.
Eine Realität, die im Kontrast zu den nationalen Daten steht
Die in Tarazona beschriebene Situation ereignet sich in einem nationalen Kontext, in dem die Zahl der Seminaristen eine leichte – sehr leichte – Erholung zeigt.
Laut Daten der Spanischen Bischofskonferenz gibt es derzeit 1.066 Seminaristen in Spanien, 30 mehr als im Vorjahr. In diesem Kurs sind 201 neue Kandidaten für das Priestertum eingetreten.
Allerdings wurde auch ein Rückgang bei den Priesterweihen registriert, die von 85 im Jahr 2024 auf 58 im Jahr 2025 gesunken sind.
Die Herausforderung der Berufungen
Die Daten unterstreichen die Notwendigkeit, die Berufungspastoral zu stärken und die Begleitung der Jugendlichen zu verbessern, in Übereinstimmung mit dem Ziel der Kampagne zum Tag des Seminars.
Obwohl eine größere Stabilität in den Bildungsprozessen zu beobachten ist – mit weniger Abbrüchen in fortgeschrittenen Phasen –, steht die Kirche in Spanien weiterhin vor der Herausforderung, neue Berufungen in einem komplexen sozialen Kontext zu wecken.
In diesem Szenario spiegelt die Warnung des Bischofs von Tarazona eine in verschiedenen Diözesen geteilte Sorge wider: die Sicherstellung der Präsenz von Priestern in den kommenden Jahren.