Die Situation im Süden des Libanon sorgt weiterhin für Besorgnis bei den Behörden des Landes. Der Außen- und Emigrationsminister Youssef Raji hat formell die diplomatische Vermittlung des Vatikans angefordert, um die christlichen Gemeinschaften zu schützen, die in den Grenzgebieten leben, inmitten der wachsenden Spannungen in der Region.
Wie das Außenministerium des Libanon selbst mitteilte, führte Raji ein Telefonat mit dem Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten des Heiligen Stuhls, mons. Paul Richard Gallagher, in dem sie den Verlauf der Krise und die Situation in den Dörfern im Süden des Landes besprachen.
Besorgnis um die christlichen Dörfer im Süden
Während des Gesprächs erläuterte der libanesische Diplomatiechef im Detail die schwierigen Bedingungen, unter denen die Grenzgemeinschaften leben. Insbesondere betonte er das Risiko, dem die christlichen Dörfer in der Region ausgesetzt sind, deren historische Präsenz bedroht sein könnte, falls die Eskalation der Spannungen anhält.
Raji bat den Vatikan ausdrücklich, seine diplomatischen Kanäle zu nutzen, um einzugreifen und die christliche Präsenz in diesen Ortschaften zu erhalten. Laut dem Minister sind diese Gemeinschaften dem libanesischen Staat und seinen offiziellen militärischen Institutionen immer treu geblieben, die sie als ihre einzige legitime Referenz betrachten.
Der libanesische Verantwortliche betonte, dass die christlichen Dörfer diesen Verpflichtungen zu keinem Zeitpunkt entsagt haben, nicht einmal in den schwierigsten Perioden der jüngeren Geschichte des Landes.
Der Vatikan intensiviert die diplomatischen Kontakte
Der Kardinal Paul Gallagher versicherte seinerseits, dass der Heilige Stuhl die Entwicklung der Situation im Libanon genau verfolgt. Wie er erläuterte, unterhält der Vatikan verschiedene diplomatische Kontakte mit dem Ziel, die Eskalation der Gewalt zu stoppen und die Vertreibung der Bürger von ihren Ländern zu verhindern.
Der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten bekräftigte zudem die Nähe des Papstes zum Land der Zedern und erinnerte daran, dass der Libanon „in den Gebeten des Heiligen Vaters weiterhin präsent ist“.
Die Furcht vor der Vertreibung der Christen
Die Besorgnis vor einer möglichen erzwungenen Abreise der Christen aus ihren Dörfern kommt zu der heiklen Situation hinzu, die der Libanon seit Jahren durchmacht und die von politischer Instabilität, wirtschaftlicher Krise und wiederkehrenden Gewaltvorfällen im Süden des Landes geprägt ist.
In diesem Kontext spiegelt die Bitte um Vermittlung an den Vatikan die anhaltende Bedeutung der Diplomatie des Heiligen Stuhls bei der Verteidigung christlicher Minderheiten im Nahen Osten und den internationalen Bemühungen wider, die Stabilität der Region zu wahren.