Papst Leo XIV beendete am 27. Februar die Woche der Fastenexerzitien mit einer klaren Ermahnung an die Mitglieder der Römischen Kurie: „Verhaltet euch also würdig des Evangeliums Christi“. So heißt es im offiziellen Text, der vom Bollettino des Heiligen Stuhls veröffentlicht wurde.
Der Pontifex sprach diese Worte am Ende des geistlichen Rückzugs, der in der Pauluskapelle stattfand, und dankte insbesondere dem Prediger, Monsignore Erik Varden, Bischof von Trondheim, dafür, die Teilnehmer in dem geführt zu haben, was er als „eine tiefe, geistliche, sehr wichtige Erfahrung auf unserem Fastenweg“ definierte.
Eine geistliche Erfahrung, geprägt von der Hoffnung
Leo XIV erklärte, dass er in diesen Tagen persönlich „eingeladen fühlte, nachzudenken“ in mehreren Momenten der Meditationen. Er erinnerte sich besonders an eine Referenz zu Heiliger Bernhard und zur Wahl von Papst Eugen III., wobei er mit etwas Ironie den Ausdruck zitierte: „Was habt ihr getan? Gott sei euch gnädig“, eine Phrase, die ein Lächeln unter den Anwesenden hervorrief.
Der Papst rief auch die symbolische Bedeutung der Pauluskapelle auf, denselben Ort, an dem am 8. Mai 2025 die Eucharistie nach seiner Wahl als Nachfolger Petri gefeiert wurde. Dort ist der Vers aus dem Brief an die Philipper eingraviert: „Für mich ist das Leben Christus und das Sterben ein Gewinn“, ein Abschnitt, den er in diesen Tagen als Reflexion über die Hoffnung und ihre wahre Quelle, die Christus ist, wieder gelesen habe.
Freiheit, Wahrheit und das Beispiel von Newman
In seiner Ansprache erwähnte der Pontifex einige der Themen, die während der Woche behandelt wurden, darunter die Gestalt des Heiligen John Henry Newman, der von Leo XIV zum Kirchenlehrer ernannt wurde, und sein Werk Das Gerontius-Traum, in dem der Autor einlädt, das Geheimnis des Todes und des Gerichts vor Gott zu betrachten.
Der Papst hob auch die Bedeutung von Freiheit und Wahrheit im christlichen Leben hervor und betonte, dass diese Tage des Rückzugs ein wertvoller Moment für die Gemeinschaft und die Reflexion inmitten der vielfältigen Verantwortungen der Regierung gewesen seien.
Unter Bezugnahme auf den Brief an die Philipper zitierte Leo XIV den Abschnitt, in dem der Heilige Paulus seinen Wunsch ausdrückt, „bei Christus zu sein“, aber die Notwendigkeit anerkennt, für den Fortschritt und die Freude am Glauben der anderen zu bleiben. Daraus leitete er die abschließende Ermahnung ab: „Verhaltet euch also würdig des Evangeliums Christi“.
Dank und abschließender Segen
Der Papst drückte seine Dankbarkeit gegenüber Monsignore Varden für den Reichtum seiner Reflexionen und für die ständige Bezugnahme auf das monastische Leben und die Gestalt des Heiligen Bernhard aus. Er dankte auch den Mitarbeitern des Amts für Liturgische Feiern und dem Chor, der das Gebet begleitet hat, und hob hervor, dass die Musik den Geist auf eine Weise zu Gott erhebt, die Worte nicht immer erreichen.
Mit einem Segen und einem einfachen „Danke an alle“ beendete Leo XIV die Exerzitien, einen der zentralen Momente des Fastenitinerars im Vatikan.