Im öffentlichen Debatten um das Valle de Cuelgamuros und die Basilika der Heiligen Kreuz im Tal der Gefallenen war die mediale Dimension ebenso relevant wie die kirchliche und politische. Nicht nur wegen dem, was gesagt wurde, sondern wegen wem es sagte und vor welchen Gesprächspartnern. Die jüngste Berichterstattung von eldiario.es, mit Jesús Bastante als Haupt-Erzähler der Position des Kardinals Cobo, hat eine redaktionelle Linie gefestigt, die klar zu seinen Handlungen in dieser Angelegenheit neigt.
Es handelt sich nicht nur um eine punktuelle Chronik. Die Wiederholung dieses Ansatzes, verbunden mit der systematischen Abwesenheit von Kontrasten zu anderen kirchlichen Sensibilitäten oder zur eigenen benediktinischen Gemeinschaft, hat den Eindruck erweckt, dass bestimmte Erklärungen des Kardinals in diesem Medium einen privilegierten Raum für Verbreitung und Legitimierung finden.
Dazu kommt, dass der Kardinal Cobo selbst bestimmte Informationsportale öffentlich als „Pseudomedien“ abgetan hat, die seine Handlungen in dieser Angelegenheit in Frage gestellt haben. Diese Bezeichnung ist im beschriebenen Kontext nicht irrelevant. Denn der Kern der Kontroverse ist nicht gering: Die Unterzeichnung eines Dokuments, in dem behauptet wurde, dass in der Basilika der Heiligen Kreuz im Tal der Gefallenen lediglich der Altar und die angrenzenden Bänke als Kultstätten gelten, während die Kuppel, das Schiff, der Vorhof und die Vorhalle dies nicht seien und letztere für Interventionen offenstünden, die vom Gobierno im Rahmen seines Prozesses der politischen und ideologischen Neuinterpretation gefördert werden. Die Frage beschränkt sich also nicht auf eine mediale Debatte, sondern auf die Abgrenzung selbst, welche Räume eines geweihten Tempels ihren eigenen Charakter bewahren und welche Gegenstand einer externen Neuinterpretation werden können.
In diesem Kontext ist es bedeutsam, dass die vom Kardinal Cobo einberufene „off the record“-Pressekonferenz ausschließlich an eine ausgewählte Gruppe von Journalisten gerichtet war, wobei einige der in Spanien einflussreichsten Medien für religiöse Informationen ausgeschlossen blieben. Die Kombination aus öffentlichen Abwertungen bestimmter Portale und der restriktiven Auswahl der Gesprächspartner gestaltet ein Kommunikationsmodell, das, fern davon, Zweifel zu zerstreuen, dazu beiträgt, die Erzählung in verwandten medialen Räumen zu konzentrieren. Es geht nicht darum, die Freiheit des Erzbischofs zu hinterfragen, seine Kommunikationskanäle zu wählen, sondern darauf hinzuweisen, dass in einer Angelegenheit von dieser kirchlichen und gesellschaftlichen Tragweite Transparenz und Weite in der Interaktion die institutionelle Glaubwürdigkeit stärken, während die segmentierte Informationsvermittlung die Wahrnehmung von Undurchsichtigkeit verstärkt.
In dieser gleichen Linie ist es besonders besorgniserregend, dass in bestimmten journalistischen Ansätzen angedeutet wurde, die ultimative Verantwortung für das kontroverse Dokument liege beim Kardinal Pietro Parolin, als ob die Initiative oder die entscheidende Billigung von der Secretaría de Estado ausgegangen sei. Allerdings bleibt die objektive Tatsache unverändert: Das Dokument wurde vom Kardinal Cobo selbst unterzeichnet. Die eventuelle Existenz nachfolgender Gespräche ändert nichts an der Autorschaft oder der daraus resultierenden Verantwortung einer formellen Unterschrift. Die Verlagerung der Last nach Rom, indem suggeriert wird, dass der eigentliche Antrieb nicht bei demjenigen lag, der seine Unterschrift leistete, führt nicht nur zu Verwirrung in der Öffentlichkeit, sondern wirft ein Bild, das als Form der institutionellen Illoyalität interpretiert werden kann. In Angelegenheiten dieser Schwere ist die Klarheit in der Übernahme von Verantwortungen keine rhetorische Frage, sondern eine grundlegende Anforderung an kirchliche Kohärenz.
Zu dieser Dynamik hat sich kürzlich ein Artikel in El País gesellt, einem weiteren der zu der „off the record“-Pressekonferenz eingeladenen Medien, in dem jene, die Alarm und Überraschung über den Inhalt des vom Kardinal Cobo auf Regierungsbitte unterzeichneten Dokuments geäußert haben, als „Ultrakatholiken“ und „Integristen“ bezeichnet wurden. Der Einsatz ideologischer Etiketten, um eine Sorge zu diskreditieren, die sich auf die liturgische und juristische Natur eines geweihten Tempels konzentriert, trägt nicht dazu bei, die Debatte zu heben, sondern sie zu polarisieren. Die Reduktion dessen, was im Kern eine Frage kirchlicher Kohärenz und Respekts vor der sakramentalen Identität des Tempels ist, auf soziologische Kategorien verschiebt den Fokus des Problems und erschwert eine ruhige Diskussion.
In diesem Szenario steht nicht eine mediale Auseinandersetzung oder ein Duell zwischen kirchlichen Sensibilitäten auf dem Spiel, sondern die institutionelle Glaubwürdigkeit jener, die pastorale Verantwortung tragen, und das Vertrauen der Gläubigen in die Transparenz ihrer Hirten. Wenn ein unterzeichnetes Dokument öffentliche und kirchliche Konsequenzen von solchem Ausmaß hat, ist die klare Übernahme von Verantwortungen nicht optional, sondern gefordert. Die Kirche kann externe Kritik ertragen; was ihre moralische Autorität untergräbt, ist die innere Ambiguität. Deshalb, jenseits medialer Ausrichtungen oder interessierter Narrative, wird Klarheit, Kohärenz und institutionelle Loyalität in der Bewältigung einer Angelegenheit erwartet, die direkt die Natur eines geweihten Tempels und das Gewissen jener betrifft, die ihn als Haus Gottes betrachten.