Die Feier eines „ökumenischen Gottesdienstes“ inspiriert vom Universum von Harry Potter in einer katholischen Kirche in Deutschland hat mehr als 500 formelle Beschwerden an das Erzbistum Paderborn ausgelöst.
Vor einigen Wochen berichteten wir über die Ankündigung dieses Ereignisses in der Herz-Jesu-Kirche in Herne, geplant für den 28. Februar und organisiert in Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Gemeinde Haranni und dem katholischen Erzbistum Paderborn. Die Veranstaltung war laut ihrem Werbeflyer an „Fans und Anfänger von Hogwarts“ gerichtet und versprach eine „magische Abendstunde“ mit expliziten Verweisen auf die von J.K. Rowling geschaffene Welt.
Organisierte Protestkampagne
Nun ist bekannt geworden, dass die deutsche katholische Laiengruppe Christkönigtum (Christkönigtum) eine Kampagne zum Massenversand von E-Mails gestartet hat, um die Absage des Ereignisses zu fordern.
Wie Kevin Mis, Sprecher der Gruppe, gegenüber LifeSiteNews erklärte, wurden mehr als 500 Beschwerde-E-Mails an das Erzbistum Paderborn gesendet. Bischof Udo Bentz wurde über die Situation informiert, und die Abteilung für Beschwerdeverwaltung des Bistums griff in die Angelegenheit ein. Zudem wurde die Veröffentlichung einer offiziellen Erklärung zum Ereignis angekündigt.
Der Sprecher kritisierte, dass diocesane Verantwortliche laut lokalen katholischen Medien die Proteste bagatellisiert und sie als kommend von „einigen einzelnen Gläubigen“ bezeichnet hätten.
Offizielle Verteidigung des Erzbistums
In Aussagen, die von CNA Deutsch übernommen wurden, verteidigte das Erzbistum Paderborn die Initiative mit dem Argument, dass die Gesellschaft zunehmend säkular werde und das Wissen um den christlichen Glauben nicht mehr vorausgesetzt werden könne.
Laut dem Erzbistum könne der Einsatz von Bildern und Erzählungen aus der zeitgenössischen Kultur Brücken zur Glaubenswelt schlagen und einen ersten Zugang zur Heiligen Schrift erleichtern. Aus diesem Grund hätten die Organisatoren Elemente der bekannten literarischen Saga genutzt, um einen ökumenischen Wortgottesdienst zu strukturieren.
Das Bistum betonte, dass Narrative wie Harry Potter „keine Quelle des Glaubens sind und in keiner Weise mit der Heiligen Schrift gleichzusetzen“ seien, und insistierte darauf, dass der zentrale Inhalt des Ereignisses die Gottesworte und die christliche Botschaft bleiben würden.
Zudem versicherte es, dass die literarischen Verweise ausschließlich didaktischen Charakter hätten und das Evangelium weder relativieren noch verwässern würden. Es wurde auch betont, dass der heilige Charakter des Gottesdienstes und die Würde des Tempels vollständig gewahrt blieben.
Debatte im Kontext einer kirchlichen Krise
Die Gruppe Christkönigtum bezeichnete das Ereignis als „Skandal“ im aktuellen Kontext der Kirche in Deutschland, die von inneren Spannungen und einem ausgeprägten Säkularisierungsprozess geprägt ist.
Das Erzbistum seinerseits wies darauf hin, dass ähnliche Initiativen bereits in anderen Bistümern gefeiert worden seien und „gut aufgenommen“ wurden, obwohl es einige Bedenken von Gläubigen gab. Diese würden, so hieß es, ernst genommen und in die endgültige Planung des Ereignisses einfließen.
In der Zwischenzeit bleibt der ökumenische Gottesdienst für den 28. Februar geplant.