Von Pompeji nach Lampedusa: Die italienische Roadmap von Leo XIV

Von Pompeji nach Lampedusa: Die italienische Roadmap von Leo XIV

Die Präfektur des Päpstlichen Haushalts hat am 19. Februar den Kalender der pastoralen Besuche von Papst Leo XIV in Italien zwischen Mai und August 2026 veröffentlicht. Das Programm umfasst Pompeji, Neapel, Acerra —in der sogenannten „Tierra de Fuegos“—, Pavia, Lampedusa, Assisi und Rimini.

Besonders hervorzuheben ist der Besuch in Lampedusa am kommenden 4. Juli, einem Ort, der zum Symbol der Migrationskrise im Mittelmeer geworden ist. Dort unternahm Papst Franziskus im Juli 2013 seine erste päpstliche Reise und markierte damit von Anfang an eine zentrale Achse seines Pontifikats.

Lampedusa und der „Lockeffekt“

Die Wahl von Lampedusa ist kein neutraler Akt. Leo XIV greift auf eine der symbolträchtigsten Schauplätze des vorherigen Pontifikats zurück und rückt den Fokus erneut auf die Aufnahme als prioritäre Antwort auf das Migrationsphänomen.

Doch das Migrationsproblem im Mittelmeer ist nicht nur ein humanitäres Drama. Es ist auch ein strukturelles Phänomen mit sozialen, demografischen und sicherheitspolitischen Konsequenzen, die sowohl die Herkunftsländer als auch die Zielländer betreffen. Die Betonung von Botschaften, die sich ausschließlich auf die Aufnahme konzentrieren, ohne einen klaren Rahmen politischer Verantwortung und effektiver Grenzkontrolle, trägt zum „Lockeffekt“ bei: Sie verstärkt die Wahrnehmung, dass Europa offen bleibt, und nährt immer gefährlichere Routen.

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Diese Dynamik erhöht nicht nur den Migrationsdruck, sondern stärkt auch die Netzwerke des Menschenhandels und setzt Tausende von Migranten Mafias, Ausbeutung und Tod im Mittelmeer aus. Die christliche Nächstenliebe darf nicht vom Realismus abgekoppelt werden. Die Konsequenzen bestimmter Botschaften zu ignorieren, ist keine Barmherzigkeit; es ist Unvorsichtigkeit.

Acerra und die „Tierra de Fuegos“: soziale Anklage

Am 23. Mai wird Leo XIV Acerra in der Provinz Neapel besuchen, im Rahmen der bekannten „Tierra de Fuegos“, einer Region, die durch illegale Abfallentsorgung verwüstet wird, die von der Camorra gesteuert wird. Franziskus hatte geplant, 2020 dorthin zu reisen, doch die Pandemie verhinderte es.

Der Besuch hat eine klare Komponente der Anklage gegen organisierte Kriminalität und Umweltzerstörung. Die Botschaft ist eindeutig: Die Kirche positioniert sich gegen kriminelle Strukturen, die ganze Gemeinschaften zerstören und viele Familien zwingen, ihr Land zu verlassen.

Wichtige kirchliche Termine: Assisi und Rimini

Das Programm umfasst auch am 6. August einen Besuch in Santa Maria degli Angeli in Assisi zum Anlass des VIII. Jahrhunderts des Transitus von San Francesco, wo der Papst sich mit Jugendlichen treffen und die Messe leiten wird.

Am 22. August reist er nach Rimini, um am 47. Meeting für die Freundschaft unter den Völkern teilzunehmen, das von der Comunione e Liberazione organisiert wird, und feiert ebenfalls die Eucharistie mit den Gläubigen des Bistums.

Klare Signale des Pontifikats

Die italienische Agenda von Leo XIV verbindet marianische Frömmigkeit —Pompeji am 8. Mai—, theologische Referenzen —Pavia, wo die Reliquien des heiligen Augustinus verehrt werden— und Schauplätze mit starker sozialer Belastung.

Der Besuch in Lampedusa bestätigt, dass die Migrationsfrage weiterhin einen zentralen Platz in seinem praktischen Lehramt einnehmen wird. Die Herausforderung wird darin bestehen, Nächstenliebe und Klugheit, Mitgefühl und Verantwortung zu verbinden, und zu vermeiden, dass pastorales Symbolhandeln, auch wenn unabsichtlich, Dynamiken perpetuiert, die sowohl Europa als auch diejenigen schädigen, die riskante und ausbeuterische Routen einschlagen.

Vollständiger Reiseplan von Leo XIV

  • 8. Mai – Pompeji und Neapel
  • 23. Mai – Acerra
  • 20. Juni – Pavia
  • 4. Juli – Lampedusa
  • 6. August – Santa Maria degli Angeli (Assisi)
  • 22. August – Rimini

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