Ein katholisches Laiennetzwerk bietet pastorale Unterstützung, Bildung und Zugang zu den Sakramenten für Personen an, die vom Islam zum Katholizismus konvertieren, insbesondere in Kontexten, in denen die ordentlichen Pfarrstrukturen sie nicht angemessen begleiten können.
Wie das National Catholic Register berichtet, begann die Initiative, die St. Nicholas Tavelić Network for Morisco Catholics (TavNet) genannt wird, informell online zu entstehen und wurde im August 2024 offiziell nach einem Treffen in Canterbury, England, gestartet. Derzeit umfasst sie etwa 300 Mitglieder.
Pastorale Betreuung in sensiblen Kontexten
Das Netzwerk trägt den Namen des heiligen Nikolaus Tavelić, eines franziskanischen Mönchs des 14. Jahrhunderts, der in Jerusalem als Märtyrer starb, nachdem er öffentlich den christlichen Glauben vor muslimischen Behörden verkündet hatte. Das Ziel des Projekts ist es, soliden Katechismus, spirituelle Begleitung und Zugang zu den Sakramenten für Konvertiten anzubieten, die in vielen Fällen ihren Glauben diskret leben oder in Gemeinschaften, in denen sie familiären oder sozialen Druck erleiden können.
Einer der Gründer, der aus Sicherheitsgründen als Hasan identifiziert wird, erklärte dem US-amerikanischen Medium, dass viele Konvertiten besondere Schwierigkeiten erleben, sowohl in mehrheitlich muslimischen Ländern als auch in Diaspora-Gemeinschaften im Westen. Oft, so betonte er, kommen die Hauptbarrieren aus dem unmittelbaren familiären Umfeld und nicht von den zivilen Behörden.
Das Netzwerk wählt seine Mitglieder sorgfältig aus und arbeitet mit Priestern, Wohltätern und Freiwilligen zusammen, um kontinuierliche Bildung anzubieten. Es erleichtert auch den Zugang zu psychologischer Unterstützung, wenn nötig.
Integration und katholische Identität
Der Bericht hebt hervor, dass einige Konvertiten Schwierigkeiten haben, sich vollständig in das ordentliche Pfarrleben zu integrieren. Hasan weist darauf hin, dass bestimmte Katechismusmodelle für Personen aus strukturierten religiösen Kontexten wie dem praktizierenden Islam ungeeignet sein können.
TavNet versucht, spirituelle Kontinuität durch Praktiken wie das Gebet des Rosenkranzes, die Rezitation des Stundengebets und ein häufiges Sakramentenleben zu bieten. Seine Verantwortlichen legen Wert darauf, eine klare Darstellung der katholischen Lehre zu wahren und sowohl die Übereinstimmungen als auch die Unterschiede zum Islam zu betonen.
Marienverehrung und Zentralität der Eucharistie
Sowohl Hasan als auch andere im Bericht zitierte Mitglieder heben die Bedeutung der Jungfrau Maria im Weg vieler Konvertiten hervor und weisen auf die besondere Verehrung Unserer Lieben Frau von Fatima innerhalb des Netzwerks hin. Sie betrachten die Eucharistie auch als das zentrale Sakrament auf ihrem Glaubensweg.
Einige vom Medium gesammelte Zeugnisse sprechen von bedeutsamen spirituellen Erfahrungen, einschließlich Träumen oder Visionen, die ihre Entscheidung, das Christentum anzunehmen, beeinflusst haben sollen – ein Phänomen, das nach Angaben der Verantwortlichen in verschiedenen Ländern auftritt.
Aufruf zur Unterstützung
Das Netzwerk lädt die Gläubigen ein, durch Gebet – insbesondere den Rosenkranz –, Fasten und andere spirituelle Praktiken sowie durch finanzielle Unterstützung oder Freiwilligenarbeit mitzuwirken.
Die Initiative spiegelt das Wachstum von Konvertitengemeinschaften aus dem Islam wider, die spezifische Begleitung innerhalb der katholischen Kirche suchen, und stellt neue pastorale Herausforderungen in vielfältigen kulturellen Kontexten dar.