Nicaragua vertreibt einen weiteren Priester und blockiert den pastoralen Wechsel in mehreren Diözesen

Nicaragua vertreibt einen weiteren Priester und blockiert den pastoralen Wechsel in mehreren Diözesen

Die Diktatur von Daniel Ortega und Rosario Murillo hat den Priester José Concepción Reyes Mairena, Ausbilder im Großen Seminar von León, aus dem Land ausgewiesen, wie Aciprensa berichtet. Die Maßnahme erfolgte nach einem Verhör durch Migrationsbeamte am Flughafen von Managua, als der Priester von einem Aufenthalt in Spanien zurückkehrte. Die Ausweisung erhöht die Zahl der Geistlichen, die gezwungen wurden, das Land zu verlassen oder daran gehindert wurden, zurückzukehren, auf 309 und konzentriert den Druck auf die katholische Kirche in einem neuen Episode institutioneller Belästigung.

Festnahme und Verhör am Flughafen

Laut Berichten nicaraguanischer Medien wurde P. Reyes beim Versuch, das Land zu betreten, von Personal der Migration und Ausländerbehörde festgehalten und verhört. Nach Fragen zu seiner Reise und dem Grund für seine Rückkehr verweigerten die Behörden ihm die Einreise und schickten ihn nach Spanien zurück. Die Diözese von León hat bis zum Redaktionsschluss keine offizielle Erklärung zu diesem Fall abgegeben.

Dieses Verfahren – die Festnahme, das Verhör und die Ausweisung eines Priesters am Flughafen – illustriert die Nutzung administrativer Mechanismen des Staates nicht zum Schutz der öffentlichen Ordnung, sondern als Werkzeug, um die Bewegungsfreiheit religiöser Minister einzuschränken.

Die Ordination neuer Priester in Gefahr

Über die Ausweisung bereits ausgebildeter Geistlicher hinaus fällt auf, dass das Regime die Ordination neuer Diakone und Priester in mehreren kirchlichen Jurisdiktionen blockiert hat. Die Forscherin Martha Patricia Molina warnte, dass der pastorale Wechsel in Diözesen wie Jinotega, Matagalpa, Estelí und Siuna durch den Mangel an staatlichen Genehmigungen praktisch paralysiert ist.

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In diesen Orten verstärkt sich die Abwesenheit ansässiger Bischöfe – mehrere von ihnen wurden in den letzten Jahren ausgewiesen – durch die Auferlegung von Hürden, die die normale Kontinuität des priesterlichen Ministeriums verhindern. Die Entscheidung, Ordinationen zu verweigern, stellt eine indirekte Form der Zerstückelung der katholischen Präsenz in traditionell pastoral aktiven Zonen dar.

Ein selektiver und anhaltender Druck

Während Schlüsselbereiche der Zivilgesellschaft unter Aufsicht oder Kontrolle stehen, erleidet die Kirche in Nicaragua einen anhaltenden Druck, der über bloße institutionelle Spannungen hinausgeht. Die Ausweisung von Geistlichen ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines systematischen Musters, das die Nutzung der Migrationsgesetzgebung mit der Suspendierung sakramentaler Aktivitäten und der Streichung gemeinschaftlicher Räume kombiniert.

Die offizielle Rhetorik des Regimes – die gelegentlich von nationaler Versöhnung spricht – kontrastiert mit der konkreten Praxis zunehmend umfassender Einschränkungen der Ausübung des Ministeriums und der Freiheit des Kultus. Die jüngste Ausweisung von P. Reyes unterstreicht, dass die staatliche Strategie nicht bei administrativen Kontrollen erschöpft ist, sondern die organische Struktur der Kirche und ihre Fähigkeit, lokale Gemeinschaften zu erhalten, voll und ganz betrifft.

Pastoraler und gemeinschaftlicher Einfluss

Der erzwungene Exodus von Priestern und Geistlichen reduziert nicht nur die clericale Präsenz in Pfarreien, Seminaren oder Ausbildungszentren, sondern beeinträchtigt auch das sakramentale Leben ganzer Gemeinschaften. Die Unmöglichkeit, neue Minister zu ordinieren, inmitten eines Kontexts anhaltender Ausweisungen, setzt die Erneuerung pastorale Teams und die sakramentale Betreuung in Regionen, die bereits Mängel aufweisen, aufs Spiel.

Gleichzeitig trägt das Fehlen klarer institutioneller Antworten seitens einiger lokaler kirchlicher Jurisdiktionen zur Wahrnehmung von Hilflosigkeit bei Gläubigen und pastoralen Akteuren bei, die im Land verbleiben.

Die Kirche in Nicaragua gegenüber den staatlichen Maßnahmen

Die Ausweisung von P. Concepción Reyes reiht sich in ein Muster von Maßnahmen ein, die die Religionsfreiheit einschränken und die ordentlichen Funktionen der Kirche behindern. Obwohl das Regime Reden von Toleranz und sozialer Harmonie behauptet, spiegeln die administrativen und Migrationspraktiken einen Ansatz der Kontrolle und Erstickung kritischer oder unabhängiger religiöser Akteure wider.

Die Art und Weise, wie der nicaraguanische Staat Normen und Verfahren – wie Migration und priesterliche Ordinationen – instrumentalisiert hat, um die kirchliche Präsenz zu konditionieren, wirft nicht nur pastorale, sondern auch juristische und menschenrechtliche Herausforderungen auf, in einem Kontext, in dem die Religionsfreiheit weiterhin Gegenstand tiefer Spannungen ist.

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