Der Bischof von Charlotte (USA), Michael T. Martin, hat allen Pfarrern der Diözese angeordnet, ein Video vorzuführen, das seine „pastorale Vision“ erklärt, in allen Sonntagsmessen, entweder während der Homilie oder unmittelbar nach der Kommunion.
Wie LifeSiteNews berichtete, erhielten die Priester diese Woche das passwortgeschützte Video und konnten bis Samstagnachmittag keinen Zugriff auf den Inhalt erlangen, als ihnen der Entsperrcode zur Verfügung gestellt wurde.
Diese Maßnahme warf bei einigen Klerikern Fragen zum Grund der Einschränkung auf.
Eine Botschaft, die auf die Evangelisation ausgerichtet ist
Unter dem Titel „Everyone so Loves Jesus, We Share Him with Others“ („So verliebt in Jesus, dass wir ihn mit anderen teilen“) behandelt das Video mit der Botschaft des Bischofs nicht direkt die jüngsten Kontroversen in der Diözese, sondern konzentriert sich auf einen Aufruf zur Evangelisation.
Martin schlägt eine pastorale Erneuerung vor, die auf die Bildung missionarischer Jünger ausgerichtet ist, und ermutigt die Gläubigen, eine aktive Rolle bei der Weitergabe des Glaubens zu übernehmen. Der Bischof stellt als Horizont eine Diözese dar, in der nahezu 600.000 Katholiken ihren Glauben sichtbar leben und mit anderen teilen.
Im Video wird die Notwendigkeit betont, das Pfarr- und Familienleben als Basis für die Mission zu stärken, sowie den Übergang von einer rein inneren Ausübung des Glaubens zu einer expliziten Verkündigung des Evangeliums.
Ein Episkopat, geprägt von Kontroversen
Der Bischof Martin übernahm im Juni 2024 die Leitung der Diözese Charlotte und seitdem hat seine Verwaltung verschiedene Polemiken ausgelöst.
Im Jahr 2025 entschied er, die vier bestehenden Feiern der traditionellen lateinischen Messe in der Diözese in einer einzigen Kapelle zusammenzulegen, die etwa 65 Kilometer vom Zentrum von Charlotte entfernt liegt, einen Raum, der laut Kritiken in verschiedenen Medien nicht alle interessierten Gläubigen aufnehmen kann.
Später, Mitte Dezember, befahl er, dass die Geländer und Kniebänke für die Empfang der Heiligen Kommunion in allen Messen nach dem ordentlichen Ritus vor dem 16. Januar 2026 nicht mehr verwendet werden dürfen. Ebenso ordnete er die Entfernung jeglicher „temporären oder beweglichen“ Elemente an, die zum Knien während der Kommunionsverteilung verwendet werden.
Dubia an Rom gerichtet
Im vergangenen Monat sandten 31 Priester der Diözese – etwa ein Viertel des diözesanen Klerus – Dubia an den Heiligen Stuhl und forderten Klärungen zur Autorität des Bischofs, bestimmte traditionelle Praktiken einzuschränken.
Das Video – das am kommenden Sonntag vorgeführt werden soll – konzentriert sich auf die Evangelisation, macht keine explizite Erwähnung dieser inneren Spannungen, obwohl es in den breiteren Rahmen der pastoralen Ausrichtung passt, die der Prälat seit seiner Ankunft in der Diözese vorantreibt.