Heute, am 14. Februar 2006, im Seminar der Priesterbruderschaft St. Peter in Wigratzbad in Bayern wurden zwölf junge Männer (drei Spanier) zu Subdiakonen geweiht. Es ist keine laute Nachricht. Sie wird nicht in den Schlagzeilen der Welt erscheinen. Aber im Himmel muss es einen sanften Schauer der Freude gegeben haben, denn zwölf Leben haben einen leuchtenden Schritt zum Altar getan.
Das Subdiakonat – heute in der ordentlichen Disziplin nach dem Motu proprio Ministeria quaedam von Paulus VI. (1972) abgeschafft – war keine bloße praktische Funktion oder eine dekorative Station auf dem Weg zum Priestertum. Es war und ist dort, wo es bewahrt wird, ein wahrer „Aufstieg“ zum Altar, ein heiliges Ordensamt, das bereits in die stabile Sphäre des höheren Klerus einführt, mit schweren und süßen Verpflichtungen: dem ewigen Zölibat und dem vollständigen Gebet des Stundengebets.
Bis zum Subdiakonat hatte der Seminarist die Tonsur – Zeichen der Weihe – und die niederen Weihen erhalten: Pförtner, Lektor, Exorzist und Akolyth. Sie waren vorbereitende Stufen, notwendig, schön; aber das Subdiakonat markierte eine Schwelle: Es ging nicht mehr nur um das Dienen; es ging um eine definitive Zugehörigkeit. Der Subdiakon berührt den Kelch, bereitet den Altar vor, singt den Episteltext, hält das heilige Buch, reinigt die Gefäße. Er weiht nicht, aber er ist bereits im unmittelbaren Kreis des Mysteriums. Er lebt im heiligen Halbdunkel des Allerheiligsten, einen Schritt vom Feuer entfernt. Und deshalb hielt die alte Kirche es immer für ein höheres Ordensamt, mit fester Bindung an den Altar und das öffentliche Gebet der Kirche. Der Subdiakon wird zum Mann des Stundengebets, zum Hüter der Stunden, zum Wächter des gemeinsamen Lobes. Sein Tag gehört nicht mehr ihm: Er gehört der Kirche.
In seinem Leben des heiligen Dominikus von Silos im 13. Jahrhundert malte Gonzalo de Berceo mit bewundernswerter Plastizität die scala sancta mit vier heiligen Stufen:
Solch ein Jüngling war wie Silber der Vierstufige,
das Silber ward zu Gold, als er Epistellese war,
das Gold zu Perle im Evangelistenamt,
als er zum Priester stieg, glich er dem Gestirn.
Der „[E]pistellese“ ist der Subdiakon. Bis dahin ist das Silber des Aufsteigenden poliert worden: die Kraft des göttlichen Alpinisten, das enthusiastische Studium des Gottesentdeckers, die reine Klarheit des starken Jünglings, die aufmerksame Treue in den niederen Weihen, die selbstverleugnende Gehorsamkeit im Kleinen. Aber wenn er die feierliche Aufgabe erhält, die Epistel zu verkünden – Stimme der apostolischen Lehre in der Versammlung zu sein –, wird das Silber zu Gold. Es ist noch nicht die Perle des Diakons noch der strahlende Stern des Presbyter; aber es ist bereits Gold. Gold, das nicht für sich selbst leuchtet, sondern ein größeres Licht widerspiegelt. In dieser mittelalterlichen Metapher steckt eine tiefe Theologie: Die Gnade hebt die Natur nicht auf; sie reinigt und erhebt sie. Das Silber verschwindet nicht: Es wird verklärt. Der keusche Jüngling, geformt in der Disziplin, erprobt in der Treue, wird durch das Subdiakonat zum Mann des Altars, zum Mann des unwiderruflichen Versprechens, zum Mann des Breviars. Denn einer der beredtesten Aspekte des Subdiakonats ist, dass der Kandidat von diesem Moment an zum ewigen Zölibat und zum täglichen Gebet des Stundengebets verpflichtet ist. Es ist keine bloße juristische Norm: Es ist ein theologisches Zeichen. Der Zölibat ist keine traurige Verzichtsleistung, sondern eschatologische Vorauserwartung. Der Subdiakon erklärt mit seinem Leben, dass Christus genügt, dass das Reich wirklich ist, dass der Altar ausreichendes Zentrum ist. Und das Stundengebet – dieser ununterbrochene Strom von Psalmen, Hymnen und Lesungen – führt ihn in den Atem der Kirche selbst ein. Von diesem Tag an verwebt sich seine Stimme mit der von Mönchen, geweihten Jungfrauen, Priestern und Gläubigen, die die Zeit heiligen. Der Subdiakon beginnt, auf stabile Weise zu leben, was seine zukünftige Identität sein wird: geweihtes Mann in sacris und abgesondert für das Heilige, aber nicht getrennt von der Welt, sondern ihr vom Altar her hingegeben.
Die Reform von Paulus VI., die die niederen Weihen und das Subdiakonat in der ordentlichen lateinischen Disziplin abschaffte, wollte die ministerielle Struktur vereinfachen und das Diakonat, auch das permanente, hervorheben. Dennoch haben viele das Gefühl, dass mit dem Verschwinden des Subdiakonats auch ein kostbarer pädagogischer und asketischer Nuancenverlust eintrat: jener feierliche Moment, in dem der Jüngling sich bereits endgültig verpflichtet, wenn er noch kein Diakon ist, aber bereits rechtlich dem Altar gehört. Deshalb ist es Anlass zu aufrichtiger Freude, dass in Instituten wie der Priesterbruderschaft St. Peter dieses heilige Ordensamt gemäß der traditionellen liturgischen Disziplin bewahrt wird. Nicht als archäologisches Gestus, sondern als lebendiger Ausdruck einer Theologie des Priestertums, die die Kontinuität, die Gradualität und die symbolische Schönheit jeder Stufe unterstreicht.
Zwölf junge Männer. Zwölf persönliche Geschichten. Zwölf Familien, die einen Sohn hingegeben haben. Zwölf Willen, die heute mit Zittern und Festigkeit gesagt haben: Ich steige auf. Sie steigen zum Altar auf, aber sie steigen herab in die Kenosis des Dieners Gottes. Sie steigen auf in Würde, aber herab in Demut. Sie steigen auf in Verantwortung, aber herab in Gehorsam.
Das Silber der Tonsur und der niederen Weihen ist heute in Gold verwandelt worden. Nicht weltliches Gold, sondern liturgisches Gold: das, welches den Kelch schmückt, das Sakramentum umgibt, das in der Monstranz brennt. Wenn sie ausharren – und die ganze Kirche betet dafür –, wird dieses Gold zur orientalischen Perle im Diakonat und zum leuchtenden Gestirn im Presbyterat. Aber bereits heute sind sie auf neue Weise Männer des Altars. Und in einer Zeit, in der das Heilige so sehr trivialisiert wird, in der die religiöse Sprache verwässert und das Engagement relativiert wird, ist es ein Zeichen der Hoffnung, junge Männer zu sehen, die den Zölibat und das Stundengebet als freudige Verpflichtung annehmen. Denn jeder Subdiakon ist ein Versprechen der Treue und der Kontinuität; ein Versprechen, jung und hoffnungsvoll, großzügig und mutig, dass der Altar nicht leer bleiben wird.
Das Silber ist zu Gold geworden. Ein Gold, das das Licht Christi widerspiegelt. Ein Gold, das die Domus aurea hüten wird: Maria, Mater sacerdotalis.
Von: Mons. Alberto José González Chaves