Die Venezolanische Bischofskonferenz (CEV) hat am 9. Februar 2026 eine neue Pastorale Ermahnung im Rahmen ihrer CXXV Ordentlichen Plenarsitzung veröffentlicht, in einem Kontext, der von der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Krise geprägt ist, die das Land durchlebt.
Unter dem biblischen Motto „Dein Licht wird hervorbrechen wie die Morgenröte“ (Jes 58, 8) richten die Bischöfe eine Botschaft der Hoffnung an die Nation, analysieren zugleich die aktuelle Situation und stellen konkrete Aufrufe in Bezug auf Versöhnung, Menschenrechte, Souveränität und Überwindung der Verarmung dar. Das vollständige Dokument, datiert auf den 9. Februar 2026 in Caracas, entwickelt diese Reflexionen in 22 Punkten.
Eine Botschaft der Hoffnung angesichts der Krise
Die Prälaten betonen, dass die Ermahnung aus dem Gebet und der pastoralen Zuhörhaltung gegenüber den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung entstanden ist, insbesondere nach den Ereignissen vom 3. Januar dieses Jahres. Inspiriert vom Evangeliumspassag, in dem Jesus den Sturm beruhigt, erinnern sie daran, dass „wir nicht allein“ sind inmitten der Schwierigkeiten.
Zudem zitieren sie kürzliche Worte von Papst Leo XIV. im Angelus vom 4. Januar 2026, in denen er dazu aufrief, dass das Wohl des venezolanischen Volkes über allen anderen Erwägungen stehen möge, unter Respektierung der Souveränität, des Rechtsstaats und der Menschenrechte.
Verarmung, Menschenrechte und politische Gefangene
Im Text beschreiben die Bischöfe ein Panorama, das von generalisierter Verarmung, Mangel an angemessen bezahlten Arbeitsplätzen, Korruption und Verletzungen der Menschenrechte geprägt ist, mit besonderem Einfluss auf die Systeme von Gesundheit, Bildung und öffentlichen Diensten.
Sie drücken auch Nähe zu den politischen Gefangenen und ihren Familien aus, zu den Emigranten, zu denen, die Demütigungen erlitten haben oder über keine ausreichenden Einkünfte verfügen, und fordern die volle Freilassung der aus politischen oder ungerechten Gründen Inhaftierten. In diesem Kontext bewerten sie die Entlassung einiger Inhaftierter als positiv und verfolgen aufmerksam den Vorschlag eines allgemeinen Amnestiegesetzes, das sie als umfassend und inklusiv betrachten.
Souveränität und institutioneller Wiederaufbau
Einer der zentralen Abschnitte des Dokuments behandelt die nationale Souveränität. Die Bischöfe erinnern daran, dass die Verfassung festlegt, dass die Souveränität beim Volk liegt, und weisen darauf hin, dass diese nach der Unterlassung der detaillierten Veröffentlichung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im Juli 2024 missachtet wurde.
Darüber hinaus warnen sie vor Einmischungen externer Faktoren und der Aktivitäten irregulärer Gruppen auf dem nationalen Territorium. In diesem Sinne schlagen sie vor, die demokratische Institutionalisierung wieder aufzubauen, die Unabhängigkeit der öffentlichen Gewalten wiederherzustellen und freie und faire Wahlen mit glaubwürdigen Institutionen zu gewährleisten.
Versöhnung und Aufmerksamkeit für die Ärmsten
Die Ermahnung betont die Notwendigkeit, die Gewalt zu überwinden, den Hass zu verbannen und Prozesse des Wiederbegegnens, der Vergebung und Versöhnung zu fördern. Die Bischöfe laden ein, Räume für den Dialog zu öffnen, die zu einem großen nationalen Abkommen führen.
Zudem unterstreichen sie, dass der Aufbau einer stabilen Zukunft darin besteht, die Verarmung zu bekämpfen, die die Mehrheit der Bevölkerung betrifft und eine weitreichende Emigration ausgelöst hat. Sie heben die Bedeutung hervor, Ressourcen aus der Ölindustrie zur Verbesserung von Löhnen und Sozialprogrammen zu verwenden, die würdige Arbeit schaffen, gemäß dem verfassungsrechtlichen Auftrag.
Das Dokument schließt mit einem Aufruf zum Gebet und zur aktiven Beteiligung aller Bürger am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben ab, in Vertrauen auf die Fürsprache der Jungfrau von Coromoto und mit der Ermutigung, Wege der Freiheit, Gerechtigkeit und des Friedens zu gehen.