Der Kardinal Poola, dalitischer Herkunft, neuer Präsident der Indischen Bischofskonferenz

Der Kardinal Poola, dalitischer Herkunft, neuer Präsident der Indischen Bischofskonferenz

Der Kardinal Antony Poola, Erzbischof von Hyderabad, wurde zum neuen Präsidenten der Konferenz der Katholischen Bischöfe Indiens (CBCI) gewählt, wie AsiaNews berichtete. Seine Wahl, die während der Generalversammlung in Bengaluru stattfand, hat eine besondere Bedeutung: Poola ist der erste Kardinal dalitischen Ursprungs —eine Gruppe, die historisch im niedrigsten Schicht des indischen Kastensystems angesiedelt ist— der die Präsidentschaft des Episkopats des Landes übernimmt.

Die CBCI umfasst die Bischöfe der drei Riten, die in Indien vertreten sind —lateinisch, syro-malabarisch und syro-malankarisch— und koordiniert die pastorale Arbeit der katholischen Kirche in einem Land, in dem Christen eine Minderheit in einem komplexen religiösen und sozialen Kontext sind.

Ein Ursprung geprägt von sozialer Marginalisierung

Geboren 1961 in Poluru, in der Diözese Kurnool, im Bundesstaat Andhra Pradesh, stammt Antony Poola aus einer dalit-Familie, einer Gemeinschaft, die traditionell als „unberührbar“ innerhalb des Kastensystems gilt. Obwohl die indische Verfassung die Diskriminierung aufgrund von Kasten offiziell abgeschafft hat, bleiben soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten in vielen Regionen des Landes eine greifbare Realität.

Im Jahr 2022 wurde er von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt und wurde damit zum ersten dalitischen Purpurträger in der Geschichte der Kirche in Indien. Nun erlangt seine Figur mit seiner Wahl zum Präsidenten der CBCI eine neue Bedeutung sowohl kirchlich als auch sozial.

Eine Botschaft innerhalb und außerhalb der Kirche

Laut Aussagen, die von AsiaNews gesammelt wurden, haben einige Bischöfe betont, dass seine Wahl eine bedeutende Botschaft in einem Land sendet, in dem die Kastfrage weiterhin das öffentliche und private Leben beeinflusst. Im kirchlichen Bereich wird die Ernennung von Poola als Zeichen des Anerkennens der traditionell marginalisierten Gemeinschaften auch innerhalb der Kirche interpretiert.

Die katholische Kirche in Indien musste in den letzten Jahrzehnten nicht nur Herausforderungen im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit und dem Druck hindu-nationalistischer Gruppen bewältigen, sondern auch interne Spannungen bezüglich der Gleichheit und der sozialen Repräsentation ihrer Gläubigen.

Die Herausforderungen an der Spitze des indischen Episkopats

Als Präsident der Bischofskonferenz wird Kardinal Poola die pastorale Arbeit einer Kirche koordinieren müssen, die mehr als 20 Millionen Gläubige in einem pluralistischen und oft heiklen Kontext umfasst. Zu den Herausforderungen gehören der Schutz der Religionsfreiheit, die Einheit zwischen den verschiedenen katholischen Riten und die Förderung einer größeren sozialen Kohäsion.

Seine Wahl stellt einen historischen Meilenstein dar, nicht nur wegen seiner Verantwortung an der Spitze des Episkopats, sondern auch wegen der symbolischen Bedeutung seines Ursprungs in einer Gesellschaft, in der die Zugehörigkeit zu einer Kaste über Jahrhunderte die Chancen von Millionen von Menschen beeinflusst hat.

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