Jimmy Lai, Katholik und Verfechter der Pressefreiheit, wird in Hongkong zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

Jimmy Lai, Katholik und Verfechter der Pressefreiheit, wird in Hongkong zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

Der hongkongische Unternehmer und Verleger Jimmy Lai, bekannt für seine Verteidigung der Pressefreiheit und seinen katholischen Glauben, wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt gemäß dem von Peking in Hongkong verhängten Nationalen Sicherheitsgesetz. Das Urteil, eines der härtesten, die bisher unter diesem rechtlichen Rahmen gefällt wurden, wird von internationalen Beobachtern als harter Schlag gegen die grundlegenden Freiheiten in der Region interpretiert.

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Wie The Pillar berichtete, bezeichnete die Tochter des Unternehmers, Claire Lai, ihren Vater als „Geisel“, da sie der Ansicht ist, dass der Gerichtsprozess keine echten Garantien bietet und die Verurteilung eher politischen als juristischen Kriterien entspricht. Lai, Gründer der Zeitung Apple Daily, ist seit mehr als fünf Jahren seiner Freiheit beraubt, nach einer Reihe von Verhaftungen, Verfahren und einschränkenden Maßnahmen.

Ein Urteil unter dem Nationalen Sicherheitsgesetz

Am 9. Februar wurde Jimmy Lai – 78 Jahre alt – schließlich für schuldig befunden in Anklagen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Inhalten, die als „seditionär“ eingestuft wurden, sowie mit mutmaßlichen Zusammenarbeiten mit ausländischen Akteuren, Vorwürfen, die unter dem Schutz des 2020 eingeführten Nationalen Sicherheitsgesetzes erhoben wurden.

Dieses rechtliche Instrument wurde weitgehend für seine Vagheit kritisiert und dafür, dass es eine expansive Interpretation von Delikten im Zusammenhang mit der Meinungsäußerungsfreiheit ermöglicht.

Die erzwungene Schließung von Apple Daily im Jahr 2021, nach der Einfrierung seiner Vermögenswerte und der Verhaftung mehrerer Führungskräfte, markierte einen Wendepunkt in der Situation der unabhängigen Presse in Hongkong.

Ein Zeugnis, geprägt vom Glauben

Seit seiner Konversion zum Katholizismus im Jahr 1997 hat Jimmy Lai mehrmals betont, dass sein Glaube eine entscheidende Stütze während seiner Inhaftierung gewesen ist. Internationale Medien haben hervorgehoben, dass Lai selbst im Gefängnis ein aktives geistliches Leben führt, das auf Gebet und der Lektüre des Evangeliums zentriert ist.

Sein Fall hat eine besondere Bedeutung für zahlreiche Katholiken erlangt, die ihn als Beispiel für den Widerstand des Gewissens gegen den Druck der politischen Macht sehen. In diesem Sinne betrifft die Verurteilung nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch das grundlegende Recht, den Glauben frei zu leben und auszudrücken, ohne Zwänge.

Internationale Besorgnis und kirchliches Schweigen

Verschiedene Regierungen und internationale Organisationen haben ihre Besorgnis über das Urteil zum Ausdruck gebracht und es als unvereinbar mit grundlegenden Standards von Gerechtigkeit und Freiheit betrachtet. Auch Experten der Vereinten Nationen haben vor der systematischen Nutzung des Nationalen Sicherheitsgesetzes gewarnt, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Die Situation wirft zudem Fragen für die Kirche in China und Hongkong auf, insbesondere in einem Kontext, der durch das delikate diplomatische Gleichgewicht zwischen dem Heiligen Stuhl und den Behörden in Peking geprägt ist.

Der Fall von Jimmy Lai bringt die Frage der Religionsfreiheit, der Verteidigung des Gewissens und den Preis, den man für die Weigerung zahlt, auf die Wahrheit zu verzichten, in den Vordergrund.

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