Die geistliche Begleitung als konkreter Weg zur Heiligkeit und als pastorale Antwort auf eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft war der zentrale Fokus der 61. Tagung zu Pastoralfragen in Castelldaura (Premià de Dalt, Katalonien), die Ende Januar stattfand, wie das Erzbistum Barcelona mitteilte. Die Begegnung versammelte mehr als hundert Priester aus verschiedenen katalanischen Diözesen, um über die aktuellen Herausforderungen des Ministeriums nachzudenken.
Von Beginn der Tagung an wurde betont, dass die Begleitung nicht auf psychologische Techniken oder vorgefertigte Schemata reduziert werden kann, sondern eine persönliche Beziehung erfordert, die auf das innere Leben und das Nachfolgen Christi ausgerichtet ist.
Heiligkeit, Freiheit und Wirken des Heiligen Geistes
In seinem einleitenden Vortrag erinnerte der Bischof von Vic, Monsignore Romà Casanova, daran, dass jede Form christlicher Begleitung die Heiligkeit als Horizont hat, verstanden als reale Vereinigung mit Christus und Fülle der Liebe. Er unterstrich zudem, dass dieser Ruf, den das II. Vatikanische Konzil in Erinnerung rief, universal ist und in persönlicher Freiheit gelebt wird.
Die Referenten waren sich einig darin, dass der geistliche Begleiter das Gewissen nicht ersetzt oder von außen dirigiert, sondern hilft zu unterscheiden, immer die Würde der Person respektierend und den Heiligen Geist als wahren Protagonisten des geistlichen Wachstums anerkennend.
Begleiten in Zeiten kultureller Verwirrung
Die Tagung behandelte auch den aktuellen kulturellen Kontext, der als geprägt von einem Verlust religiöser Referenzen und einer zunehmenden inneren Fragmentierung beschrieben wurde. In diesem Szenario wurde hervorgehoben, dass viele Menschen zur Kirche zurückkehren, um Sinn zu suchen, was eine pastorale Arbeit auf Basis von Nähe und Zuhören besonders notwendig macht.
Es wurde betont, dass die Begleitung Priester erfordert, die nicht nur lehrmäßig, sondern auch menschlich und im geistlichen Leben gebildet sind und ein glaubwürdiges Zeugnis ablegen können.
Jugendliche, digitale Welt und persönliche Beziehung
Ein Teil der Sitzungen konzentrierte sich auf die Begleitung junger Menschen, die insbesondere durch die digitale Kultur bedingt sind. Es wurde auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die ein Leben vermittelt durch Bildschirme und virtuelle Profile mit sich bringt, und die Bedeutung wurde unterstrichen, reale Beziehungen zu schaffen, die helfen, die persönliche Identität aufzubauen.
In diesem Bereich wurde hervorgehoben, dass der erste pastorale Schritt die konkrete Liebe und Nähe ist, mehr als abstrakte Reden.
Die priesterliche Bruderschaft als Stütze des Ministeriums
Ein weiteres behandeltes Thema war die priesterliche Bruderschaft, die als wesentliches Element dargestellt wurde, um das Leben und die Mission des Priesters zu stützen. Es wurde betont, dass die Begleitung nicht nur eine Aufgabe gegenüber den Gläubigen ist, sondern auch eine Notwendigkeit unter den Priestern selbst, um Isolation zu vermeiden und die Gemeinschaft zu stärken.
Die Tagung schloss mit der Unterstreichung des Werts solcher Begegnungen als stabile Räume für Bildung, Reflexion und gegenseitige Unterstützung im Ausübung des priesterlichen Ministeriums ab.