Griechenland wird Aktivisten, die illegalen Einwanderern bei der Einreise helfen, mit Gefängnis bestrafen

Griechenland wird Aktivisten, die illegalen Einwanderern bei der Einreise helfen, mit Gefängnis bestrafen
Migrantes sirios llegan a la playa de la isla griega de Kos, tras cruzar el mar Egeo desde Turquía. Milos Foto: Bicanski

Das griechische Parlament hat eine Rechtsreform genehmigt, die Haftstrafen von bis zu zehn Jahren für diejenigen einführt, die die irreguläre Einreise von Migranten in das Land erleichtern, eine Maßnahme, die direkt Aktivisten und Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen betrifft, wie die Agentur Euro EFE. berichtete.

Die Regelung wurde von der Regierung des Premierministers Kyriakos Mitsotakis vorangetrieben und mit den Stimmen der regierenden Partei Nea Dimokratia verabschiedet, trotz des Widerstands der linken Oppositionsparteien.

Strafrechtliche Verantwortung von NGO-Mitgliedern

Das neue Gesetz sieht verschärfte Strafen vor, wenn die Hilfe zur illegalen Einwanderung professionell, gewinnorientiert oder im Rahmen einer NGO erfolgt. In diesen Fällen sind neben Haftstrafen hohe Geldstrafen und weitere administrative Maßnahmen vorgesehen.

Einer der kontroversesten Aspekte der Reform ist, dass sie es erlaubt, eine Nichtregierungsorganisation aus dem offiziellen Register zu streichen, wenn eines ihrer Mitglieder – auch ohne Verurteilung – wegen Beihilfe zur illegalen Einreise von Migranten angeklagt wird, was der Organisation die legale Tätigkeit auf griechischem Boden unmöglich machen würde.

Argumente der griechischen Regierung

Aus der Exekutive wird argumentiert, dass das Gesetz die Grenzkontrolle stärken und die Netzwerke des Menschenhandels bekämpfen soll, die im östlichen Mittelmeer operieren. Das Migrationsministerium hat betont, dass diejenigen, die an mit öffentlichen Geldern finanzierten Programmen teilnehmen, eine zusätzliche Verantwortung für die strikte Einhaltung der Gesetze haben.

Die Regierung betont, dass die Reform legitime humanitäre Aktionen von Praktiken unterscheiden soll, die unter dem Deckmantel von Vereinen zur illegalen Einwanderung und zur Aktivität von Mafiagruppen beitragen.

Kritik der Opposition und politische Debatte

Die linken Parteien haben die Regierung beschuldigt, die Zivilgesellschaft zu kriminalisieren und ein rechtliches Rahmenwerk einzuführen, das nach ihrer Ansicht die Arbeit von Organisationen behindern könnte, die sich der Hilfe für Migranten widmen. Sie haben auch kritisiert, dass die Zugehörigkeit zu einer NGO zu einem erschwerenden Umstand im Strafrecht wird.

Die Genehmigung des Gesetzes erfolgt in einem Kontext intensiver politischer Debatten über Einwanderung und die Rolle von NGOs in einem Land, das in den letzten Jahren eines der Hauptportale für den Eintritt in die Europäische Union war.

Grenzkontrolle und legale Einwanderung

Die Reform ist Teil einer umfassenderen Strategie der griechischen Exekutive, die die Verschärfung der Strafen gegen illegale Einwanderung mit Maßnahmen kombiniert, die den legalen Zuzug ausländischer Arbeiter erleichtern sollen, insbesondere in Sektoren mit Arbeitskräftemangel wie Tourismus, Landwirtschaft und Bauwesen.

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