Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, plant, eine Statue von Christoph Kolumbus in den Gärten des Weißen Hauses zu installieren, so berichtet The Washington Post. Die Initiative ist Teil der Pläne zur Renovierung des Präsidentenkomplexes und des erklärten Willens des Präsidenten, die Figur des genuesischen Seefahrers öffentlich zu rehabilitieren.
Vorgesehene Lage und Herkunft der Statue
Laut der US-amerikanischen Zeitung würde die Statue auf der Südseite des Geländes des Weißen Hauses, in der Nähe von E Street und nördlich des als Ellipse bekannten Bereichs, platziert werden, wobei Quellen warnen, dass das Projekt noch Änderungen unterliegen könnte.
Die Skulptur ist eine Rekonstruktion einer Statue von Christoph Kolumbus, die während der Präsidentschaft von Ronald Reagan in Baltimore eingeweiht wurde und 2020 im Kontext von Protesten, die zahlreiche historische Denkmäler in verschiedenen US-Städten betrafen, umgestürzt und in den Hafen der Stadt geworfen wurde.
Eine Initiative, die von der italoamerikanischen Gemeinschaft vorangetrieben wird
Eine Gruppe italoamerikanischer Unternehmer und Politiker hat in Zusammenarbeit mit lokalen Bildhauern die Überreste der zerstörten Statue geborgen und ihre Rekonstruktion mit finanzieller Unterstützung von Wohltätigkeitsorganisationen und Bundesmitteln gefördert.
Bill Martin, ein italoamerikanischer Unternehmer, der am Prozess der Bergung und Restaurierung der Skulptur beteiligt war, erklärte der Zeitung, dass die Statue in den kommenden Wochen von einem Lager an der Ostküste Marylands in die Obhut von Trump übergeben werden soll.
Christoph Kolumbus und die zeitgenössische Debatte
Christoph Kolumbus, Protagonist der Reise von 1492, die den amerikanischen Kontinent für die europäische Welt öffnete und einen historischen Prozess von universalem Ausmaß einleitete, ist in den letzten Jahren in ganz Hispanoamerika und den Vereinigten Staaten Gegenstand einer kritischen Überprüfung – der schwarzen Legende – geworden. In mehreren Bundesstaaten wurde der traditionelle Kolumbustag durch den sogenannten Tag der indigenen Völker ersetzt, eine Entscheidung, die der damalige Präsident Joe Biden 2021 unterstützte.
Trump hingegen machte die Verteidigung des Kolumbustags zu einem Element seiner politischen Rede. Im Oktober unterzeichnete er eine Präsidialproklamation, in der er den Seefahrer als „den ursprünglichen amerikanischen Helden“ bezeichnete und die offizielle Feier des Festes bekräftigte.
Eine Geste mit historischer und kultureller Reichweite
Der Präsident betonte mehrmals den symbolischen Wert dieser Entscheidung für die italoamerikanische Gemeinschaft, die er explizit aufforderte, sie bei Wahlen zu berücksichtigen. Die Initiative findet zudem in einem breiteren Kontext der Wiedererrichtung historischer Denkmäler statt, die während der Proteste von 2020 entfernt wurden.