Eine katholische Pfarrei im Westen Deutschlands hat Kontroversen ausgelöst, nachdem sie die Feier eines sogenannten „ökumenischen Harry-Potter-Gottesdienstes“ in einer geweihten Kirche angekündigt hat, eine Veranstaltung, die für den nächsten 28. Februar in der Herz-Jesu-Kirche in der Stadt Herne geplant ist. Die Initiative, die öffentlich von der Pfarrei selbst beworben wird, hat Kritik hervorgerufen wegen der Nutzung eines katholischen Tempels für ein Ereignis, das von einer fiktiven Saga mit magischen Elementen inspiriert ist.
Wie The Catholic Herald berichtet, wurde die Veranstaltung als ökumenischer Gottesdienst präsentiert, an dem Katholiken und Protestanten teilnehmen und auf die Symbolik und das Imaginarium der literarischen Serie von J. K. Rowling zurückgreifen. Die Veranstaltung ist für 17:00 Uhr angesetzt und wird sowohl im Vestibül als auch im Schiff des Tempels stattfinden, einem Raum, der für den Kult und die heilige Nutzung geweiht ist.
Ein Akt, der mit expliziten Verweisen auf das Universum von Harry Potter beworben wird
Das Plakat der Einladung, das von der Pfarrei verbreitet wird, verwendet explizit die Sprache und Symbole des Universums von Harry Potter. Darin werden „Fans und Neulinge in Hogwarts“ zu einer Abendveranstaltung „zwischen Kerzen, Licht und Dunkelheit“ eingeladen, in der „die Hoffnung Gestalt annimmt“. Der Text kündigt auch Elemente wie „Butterbier“, die Farben der Häuser von Hogwarts und die Möglichkeit an, in „magischer Kleidung“ teilzunehmen, wobei klargestellt wird, dass auch „muggelige“ Kleidung erlaubt ist.

Die Einladung beschreibt die Öffnung der Türen des angeblichen „Großen Saals“ und stellt das Treffen als eine Erfahrung mit einem „magischen Vorspiel“ im Gebäude der Kirche dar, bevor der eigentliche Gottesdienst beginnt. Die verwendete Sprache bezieht sich nicht explizit auf die katholische Liturgie oder eine sakramentale Feier.
Kritische Reaktionen in sozialen Medien
Die Initiative hat Reaktionen in sozialen Medien (Instagram) hervorgerufen, insbesondere nach der Veröffentlichung eines Werbevideos für die Veranstaltung. Unter den Kommentaren haben mehrere Gläubige ihre Verblüffung und Ablehnung gegenüber der Nutzung einer katholischen Kirche für eine Aktivität ausgedrückt, die sie als fremd gegenüber dem Kult und dem Zweck des heiligen Raums betrachten.

Einige Nutzer haben an Kanon 1210 des Codex des Kanonischen Rechts erinnert, der festlegt, dass in einem heiligen Ort nur das erlaubt ist, was dem Kult, der Frömmigkeit und der Religion dient oder fördert, und dass alles, was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist, verboten ist. Andere haben kritisiert, was sie als „Zwang, modern zu wirken“ bezeichnen, und in Frage gestellt, ob eine solche Veranstaltung mit einer ernsthaften christlichen Feier vereinbar sei.
Von dem offiziellen Account der organisierenden Pfarrei wurde auf einige Kritiken geantwortet, indem darauf hingewiesen wurde, dass es sich um einen „ökumenischen Wortgottesdienst“ handelt, ohne weitere Klärungen zu Inhalt oder den theologischen oder pastoralen Kriterien, die ihn stützen.
Fehlende offizielle Reaktion der Diözese
Neben den Reaktionen der Gläubigen in sozialen Medien haben konservative katholische Medien wie Christkönigtum Online-Kampagnen gestartet, die die Stornierung der Veranstaltung fordern, mit dem Argument, dass die Nutzung magischer und fiktiver Motive in einer geweihten Kirche eine Profanierung des heiligen Raums darstellt und Anlass zu Skandalen für die Gläubigen gibt.
Bisher hat die zuständige Diözese keine öffentliche Stellungnahme zu der Veranstaltung abgegeben. Laut The Catholic Herald hat die Pfarrei auf Anfragen nach Klärung nicht über die bereits in ihrem Werbematerial verbreiteten Informationen hinaus reagiert.