Die sieben Sonntage des heiligen Josef (I)

Von: Mons. Alberto José González Chaves

Die sieben Sonntage des heiligen Josef (I)

Während sieben Sonntage werden wir den Heiligen Josef auf einer spirituellen Reise begleiten, die es uns ermöglicht, Schritt für Schritt seine Schmerzen und Freuden zu betrachten und von seinem stillen und treuen Gehorsam im Geheimnis der Inkarnation zu lernen.

Anfangsgebet zum Herzen Jesu

Herz Jesu, ewiges Wort des Vaters, höchster und ewiger Priester,
du hast nicht nur unter den Menschen wohnen wollen,
sondern von einem Menschen in dem alltäglichen Gehorsam des Hauses von Nazaret lernen.

Du, der du Josef nicht nur als Beschützer ansahst,
sondern als wahren Vater, den der himmlische Vater eingesetzt hat,
um dich in das Gesetz, in die Arbeit, in das Gebet und in das Schweigen Israels einzuführen.

Er hütete deinen heiligsten Leib und verteidigte dein zerbrechliches Leben,
mit dem sichtbaren Beispiel dessen, was es bedeutet, ganz für Gott zu leben.

Schenke uns, Herr, in diesen sieben Sonntagen
wie Jünger zu sein, die in die königliche Intimität deines Hauses aufgenommen werden.

Lass uns von Josef lernen, was du selbst gelernt hast:
den stillen Gehorsam, die heilige Mannhaftigkeit, die geräuschlose Treue,
die Liebe, die dient, ohne den Mittelpunkt einzunehmen.

Herz Jesu, führe deine Kirche in die verborgene Schule von Nazaret ein,
und gib uns, wie du dich selbst hingegeben hast, in die treue Hut des gerechten Josef.
Amen.

Schmerz: die Prüfung des Geheimnisses – Freude: der aus dem Licht geborene Gehorsam (Mt 1,18-25)

Josef, gerechtester Mann und voller Licht,
das Evangelium zeigt dich in Schweigen, doch die Tradition offenbart dich in Tiefe.

Als du entdeckst, dass Maria schwanger ist, überfällt dich nicht der Verdacht,
sondern die ehrfürchtige Furcht vor einem Werk, das du als göttlich erkennst.
Dein Schmerz entsteht nicht aus Misstrauen, sondern aus Demut:
du richtest dich selbst als klein vor einem so hohen Geheimnis.

Dein Schweigen ist keine Verwirrung: es ist zurückgehaltene Anbetung.
Du sammelst dich, betest und wartest auf die Bestätigung,
denn du weißt, dass die Pläne Gottes nicht erzwungen oder eingedrungen werden.

Hier lernt die Kirche, dass das Geheimnis Gottes empfangen, gehütet und gehorcht wird.

Wenn der Engel spricht, offenbart er dir nichts Fremdes,
sondern bestätigt, was deine Seele, erleuchtet von der Gnade, bereits geahnt hatte.

Dann gehorchst du prompt, ohne Worte, mit tieferem Frieden:
Josef tat, was ihm der Engel des Herrn befohlen hatte.

Lehre uns, Josef, diesen aus dem inneren Licht geborenen Gehorsam,
diese Demut, die das empfangene Geschenk nicht aneignet, sondern es zitternd vor Gott dient.

***

Schlussgebet zu Maria, der Frau des Zimmermanns

Allerheiligste Maria, Mutter des Erlösers und Gattin des gerechten Josef, der im Himmel gekrönt ist,
du kennst das Ende des Weges, weil du zuerst durch Glauben, Kreuz und Herrlichkeit gegangen bist.

Du weißt, dass das Leben von Nazaret Schweigen ist, das in Vision mündet,
Gehorsam, der sich zur ewigen Licht öffnet, verborgenes Leben, das in Herrlichkeit erblüht.

Lehre uns so zu leben, Mutter:
mit dem Herzen im Himmel, während die Füße die Erde betreten;
dient, arbeitend, das Geheimnis hütend,
wissend, dass alles Übergang ist und alles Saat für die Ewigkeit.

Vertraue uns Josef an, der mit dir für immer in Gott lebt; gib ihm unsere letzte Stunde,
wenn der Leib erlischt und die Seele gerufen wird, sich vor dem Vater zu präsentieren.

Möge Josef uns dann als wachsamer Vater und sicherer Führer erwarten;
möge er uns an der Hand nehmen im entscheidenden Übergang
und uns ohne Furcht in das Haus einführen, wo es keine Nacht und keine Müdigkeit gibt.

Maria, lass uns leben, wie Josef in Nazaret lebte:
im Glauben, im Gehorsam, im vertrauensvollen Hingabe.

Und sterben, wie Josef in Nazaret starb: in deinen Armen und denen eures Jesus.

Und lass es so sein, dass wir, begleitet von dir und deinem keuschsten Gatten,
die Stimme des Sohnes hören können, der uns bei unserem Namen ruft
und uns für immer in die Freude des Vaters und in die endlose Freude des Geistes eintreten lässt.

Amen.

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