Die Benediktiner des Klosters San Salvador de Leyre (Navarra) haben ihre alte Likortradition wiederbelebt, nachdem sie mittelalterliche Rezepte gerettet haben, und basierend auf der Sammlung von Wacholder und anderen Pflanzen aus der Umgebung haben sie begonnen, einen handwerklichen Gin in limitierten Serien herzustellen, wie ACI Prensa berichtet.
Das Kloster —aus dem 9. Jahrhundert, verbunden mit den Ursprüngen des alten Königreichs Pamplona— beherbergt heute eine Gemeinschaft von 17 Mönchen, deren Leben von Gebet, Liturgie und dem täglichen Arbeit geprägt ist. In diesem Kontext wird das Projekt nicht als ein „Unternehmen“ im üblichen Sinne präsentiert, sondern als praktische Fortsetzung des ora et labora: die Wiederbelebung eines Handwerks, das dem Kloster eigen ist, ohne den kontemplativen Rhythmus zu verlieren.
Forschung, Tradition und „Rezepte der Alten“
Der anfängliche Impuls war es, die Likorherstellung des Klosters wieder aufzunehmen, wo der traditionelle Licor de San Benito hergestellt wurde. Dazu widmeten die Mönche anderthalb Jahre der Untersuchung historischer Dokumente: Inventare, die nach der Enteignung erstellt wurden, und Abhandlungen über Pflanzen, einschließlich solcher, die mit der Heiligen Hildegard verbunden sind, mit dem Ziel, die ursprünglichen Formeln für Kräuterliköre zu rekonstruieren.
Neben der Archivforschung umfasste der Prozess die Einrichtung eines Labors und die Erfüllung sanitärer Anforderungen, ohne praktische Aspekte wie das Design von Flaschen und Etikettierung zu vernachlässigen. Die Herstellung, erklären sie, wurde auch zu einer gemeinschaftlichen Aufgabe: Die Jüngeren kümmern sich um die Mazeration, die Älteren um das Etikettieren und Lagern, und Novizen und Postulanten werden integriert.
Vom Likör zum Gin: Wacholder, Mazeration und Geduld
Im selben Wald, in dem sie die traditionellen Kräuter sammeln, fanden sie Wacholder, das wesentliche Zutat für Gin, und entschieden sich für einen weiteren Schritt: die Produktion eines eigenen Gins, wobei sie einen manuellen und anspruchsvollen Prozess pflegen, mit Mazerationen, die je nach Pflanze bis zu 30 Tage dauern können, und Sammlungen zu spezifischen Zeiten des Jahres.

Das Ergebnis, betonen sie, strebt keine Industrialisierung an: Es handelt sich um sehr limitierte Auflagen, genau um ihre monastische Identität nicht zu verändern oder die Arbeit in eine Produktionskette zu verwandeln.
Erster Launch im Oktober und Verkauf im Klosterladen
Die erste Flasche des Gins „Kloster von Leyre“ wurde im Oktober lanciert, passend zu einem Besuch der spanischen Könige im Kloster zusammen mit der Infantin Leonor, bei der Gelegenheit sie die ersten Flaschen verschenkten. Seitdem werden sowohl der Gin als auch der Likör in einigen Pfarreien und im Klosterladen verkauft, der auch geführte Besuche und Unterkünfte anbietet.
