Benedikt XVI warnte Marx 2021: Der „unveröffentlichte“ Brief, der vor dem deutschen Synodalen Weg warnt

Benedikt XVI warnte Marx 2021: Der „unveröffentlichte“ Brief, der vor dem deutschen Synodalen Weg warnt

Mitten im Konflikt zwischen Rom und der Kirche in Deutschland richtet Il Giornale den Fokus auf ein bislang unbekanntes Ereignis: im Jahr 2021 soll Benedikt XVI. dem Kardinal Reinhard Marx —seinem Nachfolger als Erzbischof von München und Freising— geschrieben haben, um ihm seine „große Sorge“ über den Kurs des Synodalen Wegs mitzuteilen.

Laut der italienischen Zeitung beschränkte sich der emeritierte Papst nicht auf eine allgemeine Warnung. Von vatikanischen Quellen, die vom Medium zitiert werden, wird berichtet, dass Ratzinger „sehr skeptisch“ gegenüber der Entwicklung der deutschen Kirche war und überzeugt davon, dass „dieser Weg Schaden anrichten und schlecht enden wird, wenn er nicht gestoppt wird“.

Eine interne Warnung… und eine öffentliche Missachtung

Der Artikel behauptet, dass Marx die Aufforderung des emeritierten Papstes ignoriert habe. Und er fügt ein Detail hinzu, das im vatikanischen Kontext noch bedeutsamer ist: Wenige Monate später soll Benedikt XVI. in Deutschland „diskreditiert“ worden sein durch den von der Erzdiözese München beauftragten Bericht über Missbrauchsfälle, ohne dass sein Nachfolger an der Spitze des Bistums —Marx— ihn verteidigt habe.

Der deutsche Konflikt hat sich nicht nur in Pressemitteilungen und römischen Warnungen geäußert, sondern auch in persönlichen und kirchlichen Spannungen auf höchster Ebene, wobei Benedikt XVI. versuchte, einen Prozess zu stoppen, den er als gefährlich für die kirchliche Gemeinschaft ansah.

Der Kontext: die „synodale Konferenz“ und das Risiko eines Bruchs

Im Hintergrund dieses Briefes liegt der aktuelle Bruchpunkt: die bevorstehende Abstimmung der deutschen Bischöfe über den Status einer „synodalen Konferenz“ als permanentes Organ, in dem Laientheologen und Bischöfe gleichgestellt wären und das, dem Artikel zufolge, Änderungen „per Mehrheit“ einführen und auch die Verwaltung der Finanzen der deutschen Kirche übernehmen könnte.

Rom hat bereits 2019 —schriftlich— gewarnt, dass Themen wie geweihte Ämter für Frauen, Trennung der Gewalten und Zölibat nicht in den Entscheidungsbereich einer lokalen Kirche, sondern der universalen Kirche fallen.

Leon XIV vor derselben Wegscheide

Nun liegt die Entscheidung bei Leon XIV, der in den nächsten Stunden den Nuntius in Berlin empfangen soll. Die Zeitung zitiert auch die Idee —dem Bericht des Kardinals Mario Grech im Konsistorium zugeschrieben—, dass es dem römischen Pontifex obliegt, falls nötig, den synodalen Prozess auszusetzen.

Der Schlüssel liegt jedoch in dem Brief, der Benedikt XVI. zugeschrieben wird: Wenn der emeritierte Papst bereits 2021 den Synodalen Weg als einen Prozess sah, der „Schaden anrichten und schlecht enden wird“, wenn er nicht gestoppt wird, stellt sich die Frage, ob Leon XIV —oder nicht— die Entschlossenheit haben wird, eine Grenze zu setzen, bevor die Spannung in einen formellen Bruch mündet.

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