Laut dem italienischen Medium Il Giornale könnte das nächste für Juni geplante Konsistorium eine erste und begrenzte „Charge“ neuer Kardinäle umfassen. Auf dieser Liste steht an erster Stelle der Name von Filippo Iannone, dem aktuellen Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe und einer Schlüsselfigur im kurialen Organigramm.
Die Zeitung interpretiert diese mögliche Wahl als mehr als eine administrative Ernennung: Es wäre ein politisches und kirchliches Signal des neuen Pontifikats, indem es die Person stärkt, die eines der strategischsten Dikasterien für die Regierung der Kirche innehat.
Ein Konsistorium im Schlüssel des Wandels gelesen
Il Giornale rahmt die Protagonismusrolle von Iannone in einen breiteren Kontext ein: die Rückkehr zu außerordentlichen Konsistorien, eine Praxis, die – laut dem Medium – León XIV dem Stil von Johannes Paul II näherbringt und sich vom Regierungsstil von Franziskus entfernt.
Die italienische Zeitung behauptet, dass trotz der Behandlung emblematicher Themen des vorherigen Pontifikats im letzten Konsistorium, wie Synodalität oder Evangelii gaudium, viele Kardinäle der Ansicht sind, dass der Einfluss von Franziskus schnell nachlassen wird.
Kurie, Synodalität und Liturgie: der Hintergrund
In seiner Analyse erinnert das italienische Medium daran, dass während des letzten Konsistoriums mehrere Berichte zu sensiblen Themen vorbereitet wurden: Synodalität, Reform der Kurie und Liturgie. Obwohl nicht alle im Plenum diskutiert wurden, betont die Zeitung, dass das allgemeine Klima auf eine kritische Überprüfung einiger der charakteristischsten Linien des vorherigen Pontifikats hindeutet.
In diesem Rahmen platziert es die mögliche Beförderung von Iannone: eine Ernennung, die die Autorität des Dikasteriums für die Bischöfe stärken und einen breiteren Kurswechsel in der Bischofsselektion andeuten könnte.
Ein frühes Signal des Pontifikats von León XIV
Für Il Giornale, wenn die Ernennung von Filippo Iannone zum Kardinal bestätigt wird, würde León XIV von Anfang an seines Pontifikats eine klare Botschaft senden: sein Team in Schlüsselpositionen zu festigen, bevor größere Reformen angegangen werden.
Obwohl es sich um ein rein spekulatives Thema handelt, könnte diese erste Geste nur der Anfang einer tieferen Umstrukturierung sein, in der das Gewicht der Entscheidungen nicht mehr durch das unmittelbare Erbe des vorherigen Pontifikats bedingt wäre.
