Verschiedene kulturelle und bildungspolitische Initiativen, die in verschiedenen italienischen Städten entwickelt wurden, haben erneut die Sorge vor der Verbreitung des Islamismus durch Kulturzentren, Schulen und öffentliche Räume in den Vordergrund gerückt. Laut La Nuova Bussola Quotidiana wurden in den letzten Wochen Aktivitäten registriert, die mit der Lehre der Scharia, der islamischen Ethik und der Förderung von Texten in Verbindung mit Figuren des islamischen Extremismus zusammenhängen.
Eines der bedeutendsten Ereignisse fand am 4. Januar in Brescia statt, wo das Islamische Kulturzentrum der Stadt einen Bildungstag zum Studium der Ziele der Scharia organisierte. Der Kurs wurde vom Scheich Amin Al-Hamzi geleitet, einer relevanten Figur im europäischen Islam und Mitglied supranationaler Organisationen, die sich mit der Erstellung rechtlich-religiöser Gutachten befassen.
Verbindungen zu internationalen islamistischen Netzwerken
Laut den von La Nuova Bussola Quotidiana veröffentlichten Informationen wurde die Initiative von Einrichtungen unterstützt, die mit dem Bayan-Institut in San Giovanni Lupatoto (Verona) verbunden sind, einem islamischen Ausbildungszentrum, das in Berichten des französischen Geheimdiensts über den Islamismus in Europa erwähnt wird.
Laut diesen Berichten wäre das Bayan-Institut Teil eines transnationalen Netzwerks von Zentren in mehreren europäischen Ländern, die mit dem Umfeld der Muslimbruderschaft verbunden sind. Diese Strukturen hätten das Ziel, systematisch auf europäische Institutionen einzuwirken, indem sie religiöse, kulturelle und juristische Ausbildung für islamische Führer bieten.
Dasselbe Institut hätte Finanzierung von der International Islamic Charity Organisation erhalten, einer NGO mit Sitz in Kuwait und Aktivitäten in Dutzenden von Ländern, die von internationalen Organisationen für ihre humanitäre Arbeit anerkannt wird, aber von den französischen Sicherheitsdiensten aufgrund der Präsenz von Personen in ihren leitenden Gremien, die mit der Muslimbruderschaft verbunden sind, kritisiert wird.
Unterricht über den Islam in Schulen
Ein weiterer Fokus liegt in Piacenza, wo das Averroè-Institut für Islamische Studien Schulausflüge zu Moscheen und Bildungssitzungen über den Islam für Grundschüler und Sekundarschüler fördert. Laut den von der Institution selbst verbreiteten Informationen umfassen diese Aktivitäten Inhalte zu muslimischer Ethik, islamischer Rechtswissenschaft, Biografie Mohammeds und Studium des Korans.
Mindestens zwei Grundschulklassen und mehrere Sekundarschulen hätten bereits an diesen Initiativen teilgenommen. Die Situation hat politische Reaktionen ausgelöst, insbesondere von Parteien wie der Lega und Fratelli d’Italia, die Klärungen vom Bildungsministerium gefordert und verlangt haben, dass die informierte Einwilligung der Familien gewährleistet wird.
Kontroverse in öffentlichen Bibliotheken
Die Kontroverse hat sich auch auf den kulturellen Bereich ausgedehnt. In der kommunalen Bibliothek von Mailand-Lambrate wurde kürzlich ein Buch unter den empfohlenen Lektüren aufgenommen, das Yahya Sinwar, dem Führer der Hamas und einem der Verantwortlichen für das Attentat vom 7. Oktober in Israel, zugeschrieben wird. Das Werk wurde als familiäre autobiografische Erzählung präsentiert, was Kritik an der Normalisierung von Figuren aus dem islamistischen Terrorismus auslöste.
Ähnliche Fälle hatten sich bereits zuvor ereignet, wie die Präsentation desselben Buches an der Universität La Sapienza in Rom, die zunächst abgesagt und nach mehreren Wochen Kontroverse dennoch durchgeführt wurde.
Eine offene Debatte
Die von La Nuova Bussola Quotidiana gesammelten Episoden haben die Debatte über die Grenzen zwischen Religionsfreiheit, kultureller Aktivität und dem Risiko ideologischer Durchdringung in Bildungs- und öffentlichen Räumen neu entfacht. Besonders kontrovers ist die Lehre der Scharia, ein normatives System, das sich nicht auf den religiösen Bereich beschränkt, sondern familiäre, soziale, juristische und politische Aspekte regelt und dessen Logik in Konflikt mit den europäischen Zivilrechten steht.
