Die Erklärungen von Mons. Luis Argüello nach der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Spanischen Bischofskonferenz und der Regierung, durch das ein Kanal für die Meldung von Beschwerden über den Defensor del Pueblo eröffnet wird, verdienen eine ruhige, aber feste Reflexion. Nicht so sehr wegen dessen, was unterzeichnet wurde — das als Geste der institutionellen Zusammenarbeit gelesen werden kann —, sondern wegen des Rahmens, in den es eingebettet ist, und der damit verbundenen Implikationen.
Der Präsident des Episkopats hat darauf bestanden, dass das Abkommen explizit den Reparationsplan der Kirche anerkennt und dass der neue Weg nicht parallel zum PRIVA verläuft, sondern ergänzend ist; außerdem hob er hervor, dass es die Billigung des Heiligen Stuhls hat, gemäß den Mitteilungen, die er selbst mit dem Staatssekretär, Kardinal Parolin, hatte. Juristisch mag das zutreffen. Ekklesiologisch ist die Sache jedoch heikler.
Eine Anerkennung, die nicht neutral ist
Dass der Staat den Reparationsplan der Kirche „anerkennt“, ist an sich kein Triumph. Die Kirche braucht keine staatliche Validierung, um Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Verantwortung in ihrem eigenen Haus auszuüben. Wenn diese Anerkennung als legitimierendes Argument präsentiert wird, ist es ratsam zu fragen, wer die Bedingungen festlegt und aus welchen Voraussetzungen heraus.
Die jüngste Erfahrung zeigt, dass die Zusammenarbeit mit der politischen Macht in innerkirchlichen Angelegenheiten selten neutral ist. Der Staat handelt nicht aus pastorale Sorge oder dem geistlichen Wohl der Opfer, sondern aus einer politischen, medialen und in nicht wenigen Fällen ideologischen Logik.
Der Defensor del Pueblo als Vermittler: eine ekklesiale Anomalie
Den Defensor del Pueblo als „ergänzenden“ Weg darzustellen, mag vernünftig klingen, führt aber ein besorgniserregendes Element ein: die stillschweigende Annahme, dass die Kirche kein ausreichend zuverlässiger Bereich ist, um aufzunehmen, zu unterscheiden und zu reparieren. Damit öffnet sich die Tür zu einer dauerhaften externen Vormundschaft über eine Realität, die von ihrer eigenen Natur her ekklesial und nicht staatlich ist.
Es geht nicht darum, die begangenen Sünden zu leugnen oder die Schwere der Missbräuche zu mindern, sondern daran zu erinnern, dass die Kirche — und sie muss sie ausüben — ihre eigene moralische, juristische und pastorale Autorität hat. Diese Funktion zu delegieren, auch wenn es nur teilweise ist, untergräbt die bischöfliche Verantwortung und stärkt die Erzählung von einer Kirche, die unfähig ist, sich selbst zu regieren.
Dos Obsessionen der Regierung
Mons. Argüello selbst hat einen aufschlussreichen Punkt hervorgehoben: Die beiden einzigen Themen, die die Regierung in ihrer Beziehung zur Kirche zu interessieren scheinen, sind die Missbräuche und das Valle de los Caídos. Das ist keine geringe Beobachtung. Beide Themen werden systematisch als Instrumente des politischen Drucks und der ideologischen Neuinterpretation der Vergangenheit und der kirchlichen Gegenwart genutzt.
Dieses Rahmenwerk zu akzeptieren, ohne es zu hinterfragen, bedeutet anzunehmen, dass die Kirche immer in der Defensive erscheint, gezwungen, auf fremde Agenden zu reagieren, während andere grundlegende Fragen — Religionsfreiheit, Bildung, Familie, Leben — außerhalb des institutionellen Dialogs bleiben.
Klugheit ist keine Unterwerfung
Es ist legitim, Wege der Reparation und Begleitung der Opfer zu suchen. Es ist obligatorisch, dies mit Wahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu tun. Aber pastorale Klugheit darf nicht mit der schrittweisen Abtretung von Kompetenzen oder der Normalisierung einer staatlichen Aufsicht über das innere Leben der Kirche verwechselt werden.
Die ekklesiale Glaubwürdigkeit wird nicht wiederhergestellt, indem man die Initiative abgibt, sondern indem man die eigene Mission klar ausübt. Die Kirche ist keine NGO, die externen Audits unterliegt, sondern eine von Christus gegründete Realität mit direkter Verantwortung vor Gott und vor den Gläubigen.
Die Zeit wird zeigen, ob dieses Abkommen wirklich dem Wohl der Opfer dient oder ob es im Gegenteil ein gefährliches Präzedenzfall schafft. In der Kirche werden Entscheidungen nicht nur an ihrer Absicht gemessen, sondern an ihren Früchten. Und diese Früchte müssen nicht aus institutioneller Selbstzufriedenheit, sondern aus der Wahrheit und Freiheit bewertet werden, die das Evangelium verlangt.
