Papst Leo XIV empfing am vergangenen 7. Januar in einer privaten Audienz den Kardinal Vicente Bokalic, Erzbischof von Santiago del Estero und Primat von Argentinien, in einem Treffen, das die Möglichkeit einer päpstlichen Reise in das südamerikanische Land erneut auf den Tisch bringt, eine Angelegenheit, die im argentinischen kirchlichen Umfeld seit Langem erwartet wird.
Wie üblich bei diesem Typ von Audienzen beschränkte sich das Presseamt des Vatikans darauf, das Treffen zu bestätigen, ohne Details anzugeben. Dennoch war es das primatiale Erzbistum selbst, das später präzisierte, dass Kardinal Bokalic den Pontifex formell zur Visite Argentiniens einlud, mit besonderer Bezugnahme auf Santiago del Estero, den historischen Sitz der ersten Diözese des Landes.
Laut der Mitteilung des Erzbistums nahm Leo XIV die Einladung erfreut an und wies darauf hin, dass die Möglichkeit, Argentinien in seinen pastoralen Terminkalender aufzunehmen, in Betracht gezogen wird. Die Aussage, vorsichtig, aber bedeutsam, erfolgt in einem Kontext erneuerter Erwartungen nach dem Wechsel des Pontifikats.
Eine Reise in Kontinuität mit seinem Blick auf Lateinamerika
Der mögliche Besuch in Argentinien passt in eine breitere Aufmerksamkeit des Papstes für Lateinamerika. Im November 2025, vor dem Aufbruch zu einer apostolischen Reise nach Türkei und Libanon, äußerte Leo XIV öffentlich seinen Wunsch, zum Kontinent zurückzukehren, und nannte konkrete Ziele wie das Heiligtum der Jungfrau von Guadalupe, Uruguay, Argentinien und Peru.
Santiago del Estero und das symbolische Gewicht der Primazie
Während der etwa dreißig Minuten, die die Audienz dauerte, legte Kardinal Bokalic dem Papst die pastorale Realität des primatialen Erzbistums dar, einschließlich der Situation der Pfarreien und der Hauptprobleme, denen die örtliche Kirche gegenübersteht. Leo XIV zeigte detailliertes Wissen über den Prozess, der zur Anerkennung von Santiago del Estero als primatialem Sitz führte, eine Entscheidung, die im Juli 2024 während des Pontifikats von Franziskus getroffen wurde.
Die Verlegung der Primazie von Buenos Aires hatte einen starken symbolischen Wert, da sie die erste Diözese anerkannte, die auf argentinischem Territorium errichtet wurde, obwohl sie keine jurisdiktionellen Änderungen mit sich brachte. Das Thema bleibt jedoch ein relevanter Referenzpunkt im kirchlichen Leben des Landes.
Berufungen, Klerus und pastorale Herausforderungen
Laut den von der Erzdiözese verbreiteten Informationen zeigte sich Leo XIV besonders aufmerksam gegenüber dem Rückgang der priesterlichen Berufungen, einer Sorge, die von vielen Diözesen der Region geteilt wird. In diesem Kontext ermutigte er zur Fortsetzung des permanenten Diakonats und drückte seine Unterstützung für den diözesanen Pastoralplan aus, der um drei Achsen strukturiert ist: Mission, Jugend und Synodalität.
Ebenso behandelte das Gespräch die Schwierigkeiten, die die Jugendlichen betreffen, wie den Mangel an Arbeitsmöglichkeiten und den Anstieg der Süchte, sowie die Notwendigkeit, die permanente Bildung der Priester zu stärken, in einer Zeit, in der pastorale Erschöpfung und doktrinale Verwirrung keine geringeren Herausforderungen darstellen.
Vorsichtige Erwartung
Obwohl keine Daten oder konkreten Routen angekündigt wurden, hat das Treffen zwischen Leo XIV und Kardinal Bokalic die Erwartung an einen päpstlichen Besuch in Argentinien wiederbelebt. Vorläufig hält der Vatikan die übliche Vorsicht aufrecht, aber die Tatsache, dass der Papst selbst anerkannt hat, dass die Möglichkeit in Prüfung ist, stellt eine bedeutende Geste dar.
