Die Schließung und der anschließende Verkauf der Pfarrei St. Raphael’s in Niagara Falls (Staat New York) hat eine starke Reaktion unter ihren Gläubigen ausgelöst, die den Bischof von Buffalo, Michael Fisher, beschuldigen, in böser Absicht gehandelt zu haben, indem er Renovierungsarbeiten am Tempel kurz vor der Verfügung über seine endgültige Schließung anordnete.
Der Fall wurde von Crisis Magazine berichtet, einem Medium, das das Zeugnis eines direkt von der bischöflichen Entscheidung betroffenen Gläubigen wiedergibt, in einem Kontext, der von massiven Schließungen von Pfarreien in mehreren US-amerikanischen Diözesen und dem wirtschaftlichen Druck geprägt ist, der aus der seit Jahren anhaltenden Finanzkrise der Diözese Buffalo resultiert.
Eine Diözese in Konkurs und Umstrukturierung
Die Diözese Buffalo erklärte sich 2020 für bankrott, indem sie Chapter 11 beantragte, nach einer Flut von Klagen wegen sexuellen Missbrauchs unter dem Schutz des Child Victims Act des Staates New York. Seitdem steht sie vor einem Reorganisationsprozess, der die Zahlung von Hunderten von Ansprüchen, hohe Rechtskosten und einen pastoralen Umstrukturierungsplan umfasst, der die Schließung, Fusion oder den Verkauf zahlreicher Pfarreien vorsieht, um Liquidität zu gewinnen und strukturelle Ausgaben zu reduzieren.
Eine kostspielige Verbesserung vor der Schließung
Laut dem Zeugnis besuchte Bischof Fisher am 3. Oktober 2023 St. Raphael’s anlässlich einer Firmfeier. Während dieses kurzen Aufenthalts wies er auf die Notwendigkeit hin, das Innere des Tempels zu streichen, einer bescheidenen Kirche mit Architektur und Ästhetik, die typisch für die Nachkonzilszeit ist.
Der neue Pfarrer, in seinem ersten pastoralen Einsatz, organisierte die Arbeiten schnell. Um sie zu finanzieren, wurde jeder Familie eine außerordentliche Beitragsleistung von 250 Dollar auferlegt, eine beträchtliche Summe für viele Gläubige, die sich zu den ordentlichen Ausgaben der Pfarrei addierte. Das Ergebnis war, laut den Gläubigen selbst, zufriedenstellend und verbesserte das Erscheinungsbild des Tempels erheblich.
Gerüchte, Schließung und Verkauf des Tempels
Kurz nach Abschluss der Arbeiten begannen Gerüchte über die mögliche Schließung mehrerer Kirchen in Niagara Falls zu kursieren, darunter St. Raphael’s. Im Februar 2025 feierte Bischof Fisher die letzte Messe in der Pfarrei, die anschließend an eine baptistische Gemeinde verkauft wurde.
Für die Gläubigen ist das grundlegende Problem, dass die von der Gemeinde selbst finanzierte Verbesserung dazu gedient haben soll, den Marktwert des Gebäudes vor dem Verkauf zu steigern. St. Raphael’s war zudem die letzte Pfarrei im Gebiet, die für viele Nachbarn zu Fuß erreichbar war, und die einzige im Norden der Stadt.
Ein Pastor und eine Gemeinde, die getroffen sind
Die Schließung traf den Pfarrer tief, der, laut dem von Crisis Magazine gesammelten Bericht, öffentlich seine Empfindung ausdrückte, versagt zu haben und die Gläubigen in die Irre geführt zu haben. Für die Gemeinde bedeutete die Entscheidung einen schmerzhaften Bruch, nachdem sie einer bischöflichen Anweisung gefolgt war, die kurz darauf jeglichen pastoralen Sinn verlor.
Der Artikel betont auch, dass Bischof Fisher keine vorherigen Verbindungen zur Region Buffalo hatte, und stellt seine Fähigkeit in Frage, die lokale Realität einer Diözese zu verstehen, die von Bankrott, der Schließung ihres Seminars und einem langanhaltenden Verlust des Vertrauens unter den Gläubigen geprägt ist.
Ein fragwürdiges Modell
Das Zeugnis kritisiert eine diözesane Politik, die auf Schließung und Verkauf von Pfarreien als Reaktion auf die Finanzkrise abzielt, und warnt davor, dass es sich um eine begrenzte und pastoral schädliche Strategie handelt. In diesem Kontext wird erwähnt, dass sogar der Heilige Stuhl begonnen hat, die Beschwerden von Gläubigen aus bedrohten Pfarreien zu hören.
Der Autor schließt mit einer symbolischen Forderung ab: dass die Diözese den ehemaligen Gläubigen den außerordentlichen Beitrag zurückerstattet, den sie für Arbeiten geleistet haben, die sie kaum genießen konnten, da die Kirche ihnen nicht mehr gehört. Die Gemeinde, so der Autor, hat ihren Tempel verloren und wird das Vertrauen kaum wiedererlangen.
