Ein Bundesberufungsgericht der Vereinigten Staaten hat der Administration von Donald Trump erlaubt, eine Haushaltsmaßnahme umzusetzen, die die öffentliche Finanzierung von Kliniken von Planned Parenthood entzieht, die Abtreibungen durchführen. Die Entscheidung betrifft 22 von der Demokratischen Partei regierte Staaten und stellt einen neuen gerichtlichen Rückschlag für das größte Abtreibungsnetzwerk des Landes dar.
Die Resolution, die von Fox News vorab berichtet wurde, wurde vom Berufungsgericht des Ersten Kreises erlassen, das eine vorherige Anordnung eines unteren Gerichts ausgesetzt hat, die die Inkrafttreibung der Maßnahme blockierte. Damit räumt das Gericht den Weg frei, damit die Bundesregierung den in einem kürzlichen Haushaltsgesetz vorgesehenen Kürzung der Mittel umsetzt.
Ein günstiges Urteil für Planned Parenthood wird aufgehoben
Der gerichtliche Konflikt entstand, als die Bundesrichterin Indira Talwani, ansässig in Massachusetts, eine einstweilige Verfügung erteilte, die von mehreren Staaten und Planned Parenthood beantragt wurde, und die Umsetzung der Kürzung verhinderte. Talwani akzeptierte das Argument, dass der Kongress die Änderungen in der Finanzierung von Medicaid nicht ausreichend detailliert hatte, was nach ihrer Auslegung die Verfassung verletzen könnte.
Allerdings hat das Berufungsgericht – bestehend aus drei Richtern, alle von demokratischen Präsidenten ernannt – diese Entscheidung ausgesetzt, da es der Ansicht ist, dass die rechtlichen Argumente der Kläger nur geringe Erfolgsaussichten haben. Es handelt sich zudem um die zweite Gelegenheit, in der Talwani aufgehoben wird, nachdem sie in ähnlichen Verfahren zu Gunsten von Planned Parenthood entschieden hat.
Was ist Medicaid und warum steht es auf dem Spiel
Medicaid ist ein föderales und staatliches Programm, das die Gesundheitsversorgung von Menschen mit geringen Mitteln in den Vereinigten Staaten finanziert. Obwohl es den Abbruch in den meisten Fällen nicht direkt abdeckt, erhält Planned Parenthood Medicaid-Mittel für andere Dienstleistungen, die es in seinen Zentren anbietet, wie gynäkologische Untersuchungen, Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten oder Verhütungsmittel.
Die vom Kongress genehmigte Maßnahme – enthalten in dem sogenannten One Big Beautiful Bill Act – legt fest, dass für ein Jahr bestimmte Anbieter, die Abtreibungen durchführen, keine Medicaid-Mittel erhalten dürfen. Der ehemalige Präsident Trump unterzeichnete das Gesetz am vergangenen 4. Juli, im Einklang mit seiner Politik, die öffentliche Finanzierung von Abtreibungsorganisationen einzuschränken.
Die Staaten werfen „ideologische Repressalien“ vor
Die klagenden Staaten, angeführt von California, behaupten, dass die Kürzung der Mittel eine politische Repressalie gegen Planned Parenthood aufgrund ihrer öffentlichen Verteidigung des Abbruchs darstellt. In ihrer Klage behaupten sie, dass die Organisation für die Ausübung dessen bestraft wird, was sie für ein verfassungsmäßiges Recht halten.
Planned Parenthood seinerseits erklärt, dass der Entzug der Mittel zum Schließen eines Teils ihrer etwa 600 Zentren im ganzen Land führen würde und mehr als einer Million Menschen die Gesundheitsdienste vorenthalten würde, was etwa die Hälfte ihrer Nutzer betrifft. Die Organisation betont, dass die Mehrheit der angebotenen Dienste nichts mit Abtreibungen zu tun hat.
Die Haltung der Bundesregierung
Die Trump-Administration hat die Legalität der Maßnahme verteidigt, indem sie betonte, dass der Kongress regelmäßig Bedingungen für die Nutzung föderaler Mittel auferlegt und dass die Staaten diese Bedingungen akzeptieren, wenn sie an Programmen wie Medicaid teilnehmen.
In ihren Schriftsätzen vor dem Gericht argumentierten die Anwälte des Justizministeriums, dass es sich um eine „gewöhnliche“ Haushaltsbeschränkung handelt, ähnlich wie viele andere in jedem Fiskalzyklus enthalten. Sie erinnerten zudem daran, dass das Gesetz die Aktivitäten von Planned Parenthood nicht verbietet, sondern ihren Zugang zu öffentlichen Geldern einschränkt.
Eine Debatte mit moralischer Dimension
Jenseits des gerichtlichen Verlaufs des Falls stellt die Entscheidung des Gerichts erneut eine grundlegende Frage, die über die US-amerikanische Debatte hinausgeht. Es geht nicht nur um einen Haushaltskonflikt, sondern darum zu bestimmen, ob der Staat weiterhin, direkt oder indirekt, Organisationen finanzieren sollte, deren Hauptaktivität die Beseitigung menschlicher Leben in ihren frühesten Stadien umfasst.
