Der 2. Januar nimmt einen einzigartigen Platz in der christlichen Erinnerung Spaniens ein. Nach der ältesten und beständigsten Tradition ereignete sich an diesem Tag im Jahr 40 n. Chr. in Hispania die erste marianische Erscheinung der Geschichte: die Manifestation der Jungfrau Maria vor dem Apostel Jakobus in der römischen Stadt Caesaraugusta, dem heutigen Zaragoza, am Ufer des Flusses Ebro.
Es handelt sich nicht um eine späte Verehrung oder eine mittelalterliche legendäre Ausarbeitung, sondern um eine Tradition, die seit den ersten Jahrhunderten des hispanischen Christentums verwurzelt ist, bewahrt und als grundlegendes Faktum des Glaubens auf der Halbinsel überliefert wurde.
Maria erscheint zu Lebzeiten: ein einzigartiges Ereignis
Die Einzigartigkeit der Virgen del Pilar besteht darin, dass Maria sich in sterblichem Fleisch erschienen haben soll, vor ihrer Aufnahme in den Himmel, was dieses Ereignis zu einem einzigartigen in der Geschichte der marianischen Erscheinungen macht.
Der Apostel Jakobus, der nach Hispania entsandt wurde, um zu evangelisieren, war durch die geringe Aufnahme seiner Predigt entmutigt. In diesem Kontext erschien ihm die Jungfrau auf einem Marmor- oder Jaspissäulen, begleitet – nach der Tradition – von einem Chor von Engeln, um ihn zu trösten und in seiner Mission zu bestärken.
Maria versprach ihm keine unmittelbaren Erfolge oder menschlichen Triumphe. Sie forderte Ausdauer. Und sie bat ihn ausdrücklich, an diesem Ort eine Kirche zu ihrem Ehren zu erbauen.
Vom Säulen zum Basilika
Nach der Vision errichteten Jakobus und seine Jünger eine kleine Kapelle um die von der Jungfrau hinterlassene Säule. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese bescheidene Oratorium zum spirituellen Herzen von Zaragoza und später zur heutigen Kathedralen-Basilika Unserer Lieben Frau vom Pilar, einem der wichtigsten marianischen Heiligtümer der Christenheit.
Die in der Heiligen Kapelle verehrte Säule ist nicht nur eine materielle Reliquie. Sie ist ein theologisches Symbol: die Festigkeit des christlichen Glaubens, die apostolische Kontinuität und die doktrinale Stabilität angesichts der Widrigkeiten der Geschichte.
Ein Datum, das die Geschichte Spaniens rahmt
Es ist nicht ohne Bedeutung, dass Jahrhunderte später, ebenfalls am 2. Januar, im Jahr 1492, das nazarische Königreich von Granada fiel und damit der Reconquista ein Ende setzte. Für das christliche Bewusstsein der Epoche markierte dieses Ereignis den Abschluss eines langen historischen Prozesses, der genau mit der apostolischen Predigt begonnen hatte.
So erscheint der 2. Januar symbolisch als ein Bogen, der den Anfang und die Vollendung der christlichen Geschichte Spaniens verbindet: Maria, die Jakobus zu Beginn ermutigt, und die Christenheit, die nach Jahrhunderten des Widerstands ihre territoriale Einheit wiedererlangt.