Richtigstellung von Munilla und die Gefahr der Demagogie in der Migrationspolitik

Richtigstellung von Munilla und die Gefahr der Demagogie in der Migrationspolitik

Der Bischof José Ignacio Munilla hat öffentlich korrigiert, nachdem er ein Video in sozialen Medien verbreitet hatte, das KI-generierte Bilder von Festnahmen hispanischer Einwanderer in den USA enthielt. Der Prälat erkannte den Fehler an, entschuldigte sich und kündigte an, dass er ab jetzt alles audiovisuelle Material, das er teilt, überprüfen wird.

Munilla veröffentlichte eine neue Nachricht begleitet von zwei verifizierten Videos und betonte, dass das Vorhandensein von Montagen oder Deepfakes nicht verbergen kann, dass in bestimmten Verfahren der Festnahme und Deportation unmenschliche Behandlungen stattfinden. Er erinnerte auch daran, dass die Conferencia Episcopal Estadounidense einstimmig die Deportationen „indiscriminadas“ verurteilt hat und forderte einen Migrationsansatz, der zwischen Kriminellen und Familien unterscheidet, die nur überleben wollen.

Allerdings macht seine Korrektur ein Phänomen sichtbar, das über diesen spezifischen Fall hinausgeht: die wachsende Demagogie, die das Debattenumfeld um die Einwanderung umgibt. Die Verbreitung manipulierter Inhalte – manchmal aus Versehen, manchmal absichtlich – erschwert es der Öffentlichkeit, zwischen der notwendigen Mitgefühl gegenüber dem Migranten als Person und der verantwortungsvollen Analyse der Politiken zu unterscheiden, die die Migrationsströme regeln sollten.

Aus persönlicher Perspektive verpflichtet uns die Nächstenliebe immer, dem Nächsten zu helfen: Niemand kann die Geschichten derer ignorieren, die Wüsten und Meere durchquert haben, um der Armut oder Gewalt zu entfliehen. Diese individuelle, spirituelle und ethische Dimension ist unantastbar.

Eine andere Sache ist jedoch die strukturelle Ebene. Entscheidungen in der Migrationspolitik müssen vermeiden, in Sentimentalismen abzugleiten, die, weit davon entfernt zu helfen, einen Teufelskreis nähren können: die Grenzkontrolle zu lockern, ermutigt Mafias, verursacht Todesfälle, erzeugt Frustration und treibt ganze Familien – einschließlich Minderjähriger und Schwangerer – zu Reisen, die ihre Leben gefährden. Darüber hinaus kann sie wirtschaftliche und soziale Spannungen in den Aufnahmeländern erzeugen, öffentliche Dienste überfordern und Integrationsprozesse erschweren.

Die Korrektur von Munilla ist in diesem Sinne nicht nur ein notwendiger Akt der Transparenz, sondern auch eine Gelegenheit, über die Konstruktion des öffentlichen Debattenraums nachzudenken. Persönliche Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit sind nicht widersprüchlich, erfordern aber eine Unterscheidung zwischen der moralischen Pflicht gegenüber der Person und der politischen Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl.

In einer Zeit, in der gefälschte Bilder und emotionale Reden die öffentliche Meinung in Minuten formen können, ist die Herausforderung doppelt: Fakten überprüfen und ruhig nachdenken. Nur so wird ein ehrliches, realistisches und wirklich menschliches Migrationsdebatten möglich.

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