Die Polizei von Zagreb teilte am Dienstag mit, dass die kroatische Nonne Marija Tajana Zrno, die angegeben hatte, von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen worden zu sein, sich tatsächlich selbst verletzt und anschließend eine falsche Anzeige erstattet hat. Die Behörden teilten das Ergebnis einer „umfassenden kriminalpolizeilichen Untersuchung“ mit, in der festgestellt wurde, dass die Schwester sich mit einem Messer verletzt hat, das sie zuvor selbst in einem Laden in der Gegend gekauft hatte.
Der Fall hatte am 28. November große Besorgnis ausgelöst, als mehrere kroatische und internationale Medien berichteten, dass die Nonne im Bauch von einem mutmaßlichen Angreifer erstochen worden sei, der religiöse Inhalte rufende Phrasen geschrien habe. Die kroatische Polizei stellte jedoch fest, dass diese Versionen nicht der Realität entsprechen.
Die von den Behörden verifizierten Fakten
Zrno, 35 Jahre alt, Mitglied der Schwestern der Barmherzigkeit des heiligen Vinzenz von Paul, erlitt eine Verletzung durch ein stechendes Objekt und wurde in einem Krankenhaus in Zagreb behandelt, wo die Ärzte leichte Verletzungen diagnostizierten. Nach ihrer Entlassung erstattete die Nonne Anzeige und behauptete, von einem Unbekannten angegriffen worden zu sein.
Die Behörden leiteten dann eine formelle Untersuchung ein, bei der Kameras, Zeugenaussagen und medizinisches Material überprüft wurden. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass es keinen Angreifer gab und die Verletzung selbst zugefügt wurde. Die Polizei kündigte an, dass sie Anklage gegen die Nonne wegen falscher Anzeige erheben wird, gemäß dem kroatischen Recht.
Zudem wurde Zrno in ein spezialisiertes Gesundheitszentrum verlegt, um die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten. Laut einer lokalen Quelle, die von The Pillar zitiert wird, sei die Schwester in eine psychiatrische Klinik zur Behandlung ihrer psychischen Gesundheit eingewiesen worden.
Die religiöse Gemeinschaft bittet um Respekt und Gebet
Die Kongregation der Schwestern der Barmherzigkeit des heiligen Vinzenz von Paul, zu der die Nonne gehört, gab nach Bekanntwerden der Fakten eine kurze Erklärung ab. Darin dankte sie den Sanitätsdiensten und der Polizei für ihre Zusammenarbeit und betonte „die Bedeutung des Schutzes der Würde und Integrität jeder Person“.
Die Gemeinschaft drückte ihre Nähe und Unterstützung für die Schwester Marija aus und lud ein, eine Haltung des Verständnisses zu wahren und sich im Gebet für ihre Genesung und die entstandene Situation zu vereinen.