Der Kardinal Gerhard Müller, emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, hat sich erneut klar über die Einschränkungen der traditionellen Messe geäußert. Während einer Fragerunde auf der Call to Holiness Conference 2025, die in Michigan zusammen mit dem Exorzisten P. Chad Ripperger stattfand, bezeichnete er es als „problematisch“ und „nicht pastoral“, dass einige Bischöfe die Feier des traditionellen römischen Ritus gemäß dem Missale von 1962 einschränken.
„Die Gläubigen respektieren“: Der Appell des Kardinals
Auf die Frage nach der bischöflichen Autorität, die traditionelle Messe einzuschränken, erinnerte Müller daran, dass die vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderte liturgische Erneuerung „nicht vollständig erfolgreich“ gewesen sei und dass die Bischöfe daher Respekt vor den Gläubigen zeigen sollten, die tief mit dem traditionellen Ritus verbunden sind.
Der Purpurat betonte, dass die Kirche über zwei Jahrtausende hinweg verschiedene Riten entwickelt habe, aber dass die wesentliche Struktur jedes authentischen Ritus unverändert bleibe:
„Das Konzil schlug eine Erneuerung vor, keine Bruch. Die Kontinuität des Lateins als einigendes Element war Teil dieser Vision.“
Müller zitierte Benedikt XVI., um zu erinnern, dass die Priorität nicht die äußere Uniformität sei, sondern die doktrinale Einheit:
„Es ist wichtiger, dass die Gläubigen alle Dogmen der Kirche glauben, als dass sie genau in derselben Form des römischen Ritus teilnehmen.“
Doktrinale Einheit gegenüber ritueller Uniformität
Der Kardinal warnte, dass einige Bischöfe mehr daran interessiert zu sein scheinen, eine „Vereinheitlichung der Riten“ durchzusetzen, als die Treue zur katholischen Lehre zu gewährleisten, und wies auf die Gefahr hin, das spirituelle Wohl der Gläubigen im Namen administrativer Kriterien zu opfern.
„Ein Hirte kann nicht sagen: ‚Wir bieten nur die neue Form an, und der Rest soll gehen‘. Das ist nicht pastoral. Ein guter Hirte denkt zuerst an das Heil der Seelen.“
Die Aussagen des Kardinals Müller lenken die Diskussion somit auf ihr Fundament zurück: Die Liturgie ist keine administrative Angelegenheit, sondern der Weg, der zur Erlösung führt.